Homöostase

27. Mai 2017 H 0

Homöostase (homoeostasis), (griech. homoiostásis „Gleichstand“), Zustand des Gleichgewichts offener dynamischer Systeme, aus der linearen Kybernetik von anderen Wissenschaftsdisziplinen übernommen. In der Biologie ist die Anpassung an die Lebensbedingungen einschließlich von Bewegungshandlungen immer auf Erhalten oder Wiederherstellung eines konstanten inneren Milieus gerichtet, die als homöostatische Regulation bezeichnet wird, wie z.B. die Regelung der Körpertemperatur, der Herzfrequenz, des osmotischen Drucks (der Bewegung von Flüssigkeiten durch eine Membran entgegenwirkend) usw. Diese durch die Übernahme aus der Kybernetik recht mechanistische Betrachtungsweise wird allerdings der beachtlichen biologischen Variabilität physiologischer Prozesse nicht mehr gerecht. „Wenn ein biologisches System homöostatisch im Sinn von konstant oder gar ultrastabil ist, dann ist es tot. Streuung, Variabilität und Dynamik sind nämlich Kennzeichen lebender Systeme.“ (Ulmer, 1999). Deshalb sollte unter physiologischen Belastungsbedingungen der messbare Begriff Steady-State bevorzugt werden (Hottenrott & Neumann, 2010, S.31). →Heterostase (Ungleichgewicht), →Superkompensation

Beispiele:

  • Die Laktatakkumulation bei Langzeitausdauerbelastungen reflektiert ein Defizit in der aeroben und anaeroben ATP-Produktion. Eine alternative Erklärung besteht darin, dass die Laktatkonzentration das Ausmaß der Störung der Homöostase widerspiegelt, welche wiederum zu Fehlermeldungen bei der Stimulation der mitochondrialen Atmungskette führt: Anstieg des Redox-Potentials (Reduktions-Oxidations-Reaktion) und Rückgang des Phosphat-Potentials (nach Peronnet, 2010).
  • Die Thermoregulation ist wichtig, um eine gleich bleibende Körperkerntemperatur und damit die Homöostase aufrecht zu erhalten.
  • Myostatin spielt eine Rolle bei der Vermittlung der Homöostase des Skelettmuskels als Reaktion auf das Training sowie während des Fortschritts der myogenen Erkrankung, wie Atrophie oder Dystrophie (Muskelschwund).( Matsakas & Diel, 2005).
  • Ausschwimmen als Rückkehr der Körpersysteme auf normalen Status (Pyne, 1997).

Die individuelle physiologische Reaktion des kardiorespiratorischen Systems auf Veränderungen der respiratorischen Homöostase in homogenen Gruppen von Hochleistungssportlern wird als Voraussetzung für die hohe spezifische Arbeitsfähigkeit der Sportler erklärt (Mishchenko et al. 2010).

„Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.“ Schiller (1759-1805) dt. Dichter

Video zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=0ZTgG1rWEFA – Zugriff 24.07.2019


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