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Begriff

Ermüdung, mentale

Ermüdung, mentale (mental fatigue), auch zentrale Ermüdung: durch lang andauernde geistige Beanspruchung verursachter Zustand, der mit verlangsamten Reaktionszeiten und ungenauen Bewegungsausführungen einhergeht. Experimentell wurde bewiesen, dass mentale Müdigkeit die Belastungstoleranz beim Menschen durch eine höhere Wahrnehmung der Anstrengung und nicht durch kardiorespiratorische und muskuloenergetische Mechanismen begrenzt (Martin et al. 2018; Marcora et al. 2009). Mentale Ermüdung beeinflusst stärker die manuelle Geschicklichkeit und die Antizipationszeit, nicht aber die Leistung bei hoch-intensiven, wiederholten Belastungen (Duncan et al. 2015). Im Gegensatz zu Freizeitsportlern zeigte mentale Ermüdung bei Spitzenradsportlern keine negativen Effekte, da sie über trainingsinduzierte Anpassungen und Erfahrungen verfügen, die es ihnen ermöglichen, die Trainingsleistung nach mentaler Anstrengung zu reproduzieren (Martin et al. 2015).

Durch mentale Ermüdung wird nicht nur die Leistungsfähigkeit eingeschränkt, sondern auch die Verletzungsanfälligkeit erhöht, indem die für die Bewegungskoordination wichtigen Informationen nicht mehr in vollem Umfang in die Steuerung des Bewegungsablaufs integriert werden können. Dabei scheint neuromuskuläre Kontrolle als Zusammenspiel von Muskeln und Gehirn der Schlüsselfaktor in Verletzungspräventionsprogrammen zu sein. Grundlage eines solchen „Trainings der Sinne“ ist die systematische Veränderung von Sinneswahrnehmungen während der Bewegungen. Mit dem Training der Sinne können fast alle bekannten Spiel- und Bewegungsformen in Richtung Sinneswahrnehmung verändert werden. Durch die isolierte und mehrfache Veränderung der Sinneswahrnehmungen z.B. durch unterschiedliche Unterstützungsflächen, Augenklappen, Ohrenschutzkopfhörer etc. potenzieren sich die Variationsmöglichkeiten der Spiel- und Bewegungsformen. Dem Übungsleiter wird durch eine einfache Variationssystematik die Möglichkeit gegeben, sein Repertoire zu erweitern und dem Sportler werden „neue“ Trainingsreize vermittelt, die sowohl die Entwicklung von Leistungsfähigkeit aber auch die Minimierung von Verletzungen unterstützen“ (Bauermeister & Weiß, 2009). Auch durch Koffein kann die wahrgenommene Anstrengung um 11% reduziert werden (https://www.die-sportpsychologen.de/tag/mentale-ermuedung/ -Zugriff 17.03.2019) →Serotonin

 

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Quellen

  • Duncan, Fowler, George, Joyce & Hankey (2015). Mental fatigue negatively influences manual dexterity and anticipation timing but not repeated high-intensity exercise performance in trained adults. Research in Sports Medicine (23)1, 1-13 Zur Quelle
  • Martin, Staiano, Menaspa, Marcora, Halson & Martin (2015). Mental exertion does not affect elite cyclists. 20th Annual Congress of the European College of Sport Science, Kongressband Zur Quelle

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Überarbeitet am 13. April 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Ermüdung, mentale. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/ermuedung-mentale/ (abgerufen am 31. Oktober 2026).