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Begriff

Messplatz

Messplatz (measuring station), computergestützte apparative Verfahren, die Bildinformation und Messwerte vom Bewegungsablauf liefern und unmittelbar zur Rückinformation (→Feedback) genutzt werden.  Mit der stürmischen Entwicklung tragbarer Technologien (Sensoren) verbunden mit dem exponentiellen Wachstum bei der Nutzung und Entwicklung von Computerressourcen wird der Sportler immer mehr selbst zum „Messplatz“.  →Messplatztraining, →Weareless

Im Schwimmen setzt das Medium Wasser Grenzen (weshalb sich viele Studien bevorzugt dem Startblock widmen) und Messplätze, die dem Trainer die „Unterwasserwelt“ erschließen, sind teuer und kompliziert (z.B. Gegenstromanlage). Deshalb sind einfache Lösungen anzustreben, die sich durch hohe Benutzerfreundlichkeit und ohne zusätzliches Personal leicht in den Trainingsalltag integrieren lassen (Beispiel Saarland bei Leinen & Panzer, 2016). In der KLD des DSV wurden die Messplätze Start und Wende sowie FES-Kraftarmzuggerät transportabel installiert, während die Gegenstromanlage als lokaler Messplatz zu verstehen ist. →Medientechnik, →Leistungsdiagnostik,

Beispiel: Auf einem instrumentierten Startblock wurde die vorteilhafteste Position des „starken Beines“ beim Schrittstart mittels zweier Messplatten bestimmt. Eine plattenspezifische kinetische Analyse ergab eine größere horizontale Spitzenkraft (p < 0,001) und einen größeren Impuls (p < 0,001) für die Rückseite im Vergleich zur Frontplatte. Deshalb empfehlen die Autoren, das „starke Bein“ hinten zu positionieren (Burkhardt et al. 2020). Nach einer Studie von Carradori et al (2016) war allerdings der Start mit dem dominanten Bein vorne signifikant (p < 0,001) schneller als in der hinteren Position. Nun Trainer entscheide!“ Vielleicht helfen noch bessere Analyseverfahren. So entwickelten de Jesus et al. (2019) ein 3D-Gerät (u.a. eine Neun-Kraftplatten-Lösung mit sieben Ober- und zwei Unterwasserplattformen), das „einen noch nie dagewesenen Beitrag zur genauen Messung der externen Kraft bei Schwimmstarts und -wenden leistet“.

Quellen

  • Burkhardt, Born, Singh, Oberhofer, Carradori, Sinistaj & Lorenzetti (2020). Key performance indicators and leg positioning for the kick-start in competitive swimmers. Sports Biomechanics 28.05.2020, 1-14 Zur Quelle
  • Kindler, Schnabel, Bunk, Wehrmann, Gräfe, Küchler & Graumnitz (2016). Neue Technologien im Schwimmen – Wettkampfanalyse und mobiler Messplatz. In: Fichtner (Hrsg.). Technologien im Leistungssport. Schriftenreihe des IAT, Band 4, S. 56-67 Meyer & Meyer-Aachen Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • BewegungsablaufKoordinierte, willkürliche Abfolgen von Einzelbewegungen (WIKIPEDIA).
  • FeedbackEngl. für „Rückmeldung“; in der Kybernetik die Rückkopplung oder Rückmeldung von …
  • MessplatztrainingEinsatz von Feedback-Verfahren …
  • WearablesIntelligente elektronische Geräte, die nahe und/oder auf der Hautoberfläche getragen …
  • Gegenstromanlage(flume), auch Strömungskanal, umgangssprachlich einfach „Kanal“: technisches Gerät zur …
  • Leistungsdiagnostik, komplexe (KLD)Leistungsdiagnostik …
  • Deutscher Schwimmverband (DSV)Vereinigung der Landesschwimmverbände …
  • Messplatz, StartMessplatz Start (start measuring station), Messstation mit Personalcomputer als zentrale Einheit …
  • BildreiheFolge inhaltlich abgestimmter Abbildungen einer Bewegungshandlung …
  • BiomechanikWissenschaftsdiszplin, die als Sportbiomechanik mit Methoden und …
  • DiagnoseGriech. dia+gnosis „Erkenntnis, Urteil“ …
  • DiagnostikGriech. dia+gnosis „Erkenntnis, Urteil“; „Lehre und Verfahren der Feststellung …
Überarbeitet am 15. Juli 2020Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Messplatz. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/messplatz/ (abgerufen am 30. Oktober 2026).