Anfangskraft

16. März 2017 A 0

Anfangskraft (initial force), biomechanisches Prinzip, wonach der Kraftwert zu Beginn einer Bewegung erhöht wird, indem eine gegenläufige Bewegung vorgeschaltet wird, z.B. Ausholbewegung der Extremitäten bei Sprung und Wurf (Hochmuth, 1967). Dabei sollten der Bremsstoß der einleitenden Bewegung und der Beschleunigungsstoß der eigentlichen Bewegung optimal aufeinander abgestimmt sein. Da die Anfangskraft von der zur Verfügung stehenden Zeit abhängt, werden zwei Bewegungsformen unterschieden, einmal geht es um maximale Endgeschwindigkeiten von Einzelbewegungen (z.B. Startsprung), zum anderen um das Kompensieren von Bremskraftstößen, die sich aus hohen horizontalen Geschwindigkeiten ergeben (z.B. Absprung nach Anlauf). Hier ist aus muskelphysiologischer Sicht für die Anfangskraft die Speicherung elastischer Energie im Körper entscheidend. Deshalb sollte das Training auch mehr auf die elastischen Eigenschaften des Muskels ausgerichtet sein (Witt, 2004). →Amortisationsphase

 

Beispiel: Beim Vertikalsprung mit Ausholbewegung (→Countermovement-jump/CMJ) wird am Ende der Ausholbewegung (Beugung im Kniegelenk bis zur tiefsten Position des Körperschwerpunktes) eine vertikale Kraft in Richtung Sprungbewegung entfaltet, die größer ist als die Gewichtskraft und als Anfangskraft bezeichnet wird. Ohne Ausholbewegung (→Squat-jump) ist die Anfangskraft gleich Null.

 


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