Generalisierung

24. November 2017 G 0

Generalisierung/Generalisation (generalization), lat. genero „erzeugen, erschaffen“ (Generator); übertragen Verallgemeinerung mit Anwendung in den verschiedensten Fachgebieten. So z.B.

  • in der Medizin, wenn eine Erkrankung oder ein Medikament auf den ganzen Körper ausstrahlt,
  • in der Soziologie für die Ausweitung von Konflikten durch Einbezug von mehr und mehr Themen (typisches Beispiel „Jamaika“-Verhandlungen 2017);
  • in Physiologie für die Übertragung der auf einen speziellen Reiz hin erlernten Reaktion auf ähnliche Reize (Reizgeneralisierung)
  • in der Psychologie (die sich auf Untersuchungen von Pawlow stützt) u.a. das Übertragen einer positiven oder negativen Veränderung auf andere Bereiche (Hovland 1937) (Auszug aus Wikipedia)

Beispiel aus dem Sport (Konzept der generalisierten Programme): Ein Kraularmzug kann mit verschiedenen Krafteinsätzen, Zykluswegen und Frequenzen durchgeführt werden. Jeder Armzug wird aber von dem generalisierten Bewegungsprogramm „Kraularmzug“ initiiert und kontrolliert. Je nach Krafteinsatz sind Schwimmgeschwindigkeit, Zyklusweg, Frequenz höher oder geringer. Die wesentlichen Strukturmerkmale der Bewegung (→Phasenstruktur) sind aber gleich und können auf ein generalisiertes Bewegungsprogramm zurückgeführt werden.

Exkurs: Der motorische Lernprozess ist einem ständigen Wechsel von Verallgemeinerung (Generalisierung) und Differenzierung unterworfen. „So ist für das Kleinkind ein Ball ein Ball, wenn er rund ist, rollt und hüpft. Später ist es ein Gummiball, ein Tennisball, ein Basketball usw.“ (Beispiel bei Kirchner & Pöhlmann2005, S.140)

Mehr zum Thema: http://lexikon.stangl.eu/1039/generalisierung/  Zugriff 6.05.2019


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