Grundlagenausdauertraining

21. Mai 2017 G 0

Grundlagenausdauertraining (basis endurance training), Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber →Ermüdung bei längeren →Belastungen mit vorwiegend →aerober (GAI) oder auch aerob-anaerober (→GAII) Stoffwechsellage.

 

GA ist ein wesentlicher Bestandteil der →spezifischen Ausdauer des Schwimmers und bestimmt in allen →Ausbildungsetappen maßgeblich das Wassertraining (70-80%). Während in den meisten Ausdauersportarten für das GAI -Training eine aerobe Stoffwechsellage bei →Laktat < 2 mmol/l vorgegeben wird, ist im Schwimmen auch der motorische Faktor zu berücksichtigen, indem technisch vertretbare Geschwindigkeiten geschwommen werden. Hier ist im GA-Training zwischen →Sprintern (1-2 mmol/l höhere Laktatwerte) und →Langstrecklern zu unterscheiden. Zumeist eignen sich →Kraul- und →Rückenschwimmen für typisches GA-Training mit langen und überlangen →Teilstrecken.

Die aerobe Leistungsfähigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der →wettkampfspezifischen Ausdauer und zugleich für die bessere →Belastungsverträglichkeit, z.B. die Bewältigung kurz aufeinander folgender Wettkämpfe (Vor-Endlauf-Verhalten). Deutliche GA-Verbesserungen sind erst nach einem längeren Zeitraum von 4-6 Wochen (→GA-Gipfel) zu erwarten. Ständige Unterbrechungen durch intensive Einlagen (GAII, SA, WA) können zwar eine schnellere Leistungsentwicklung provozieren, diese ist aber recht instabil. →Nachhaltigkeit

Die Trainingsvorgaben werden in Prozent der Bestzeit berechnet, dabei erwiesen sich bisherige Modelle (Pfeiffer 1985, Madsen, 2015) für den individuellen Zuschnitt des →Hochleistungstrainings zu ungenau. Über 3000 Stufentests in der KLD des DSV zeigten signifikante Unterschiede zwischen Geschlecht, Streckenlänge und Schwimmart. Deshalb wurden neue Empfehlungen auf der Grundlage des Laktatverhaltens erarbeitet (s. Tab.). Wakayoshi (1992) hat aus Vergleichen der mittleren Schwimmgeschwindigkeit im 300m-Test zur maxLASS – Geschwindigkeit folgende Beziehung ermittelt:

Langstreckler v300m*0,913 = kritische Schwimmgeschwindigkeit; Sprinter v300m*0,888.

Damit ließe sich der Übergang von GAI zu GAII mit einem 300m-Test ermitteln. →Belastungszonen

 

Vorgaben für die Intensitätsberechnung des GA-Trainings verschiedener Intensitäten (Laktatbereiche) nach Strecken
(abgeleitet aus Stufentest von A-Kadern, Rudolph, 2014) (182/89% bei 7 mmol/l)

 

Beispiel: 100B Frauen Zielzeit 1:08,60 GA I für Laktat 2 = 86% (= 114%)  = 1:18,2 min        Laktat 3 = 89% (= 111%)  = 1:16,1 min

Laktat 4 = 91% (= 109%) =  1:14,8 min         Laktat 6 = 94% (= 106%) =  1:12,7 min

d.h. GAIa 1:18 – 16      GAIb 1:16-14/15     GAII 1:14-13/12,5

 

 

 


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