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Begriff

Muskelglykogen

Muskelglykogen (muscle glycogen), der im Skelettmuskel (und nicht im Blut oder der Leber) gespeicherte Anteil an Glykogen von etwa 1,5g pro 100g Feuchtmuskel. Durch Superkompensation ist eine Erhöhung auf 4 g / 100 g möglich. Glykogen ist nicht gleichmäßig in den Skelettmuskelfasern verteilt, sondern eher in verschiedenen Pools lokalisiert. Diese Verteilung variiert je nach Trainingsintensität, Faserphänotyp, Trainingszustand und Immobilisierung (Ørtenblad & Nielsen 2015). Die muskulären Glykogenspeicher sind eine leistungsbeeinflussende Komponente. So ist Ermüdung zumeist Folge der Erschöpfung dieser Speicher. Costill et al. ermittelten bei Schwimmern, die ein 10tägiges Training nicht durchstanden, dass deren Muskelglykogenspiegel signifikant reduziert war. Folglich stellt das Wiederauffüllen der Glykogenspeicher die determinierende Komponente hinsichtlich der Erholungszeit dar (Carlsohn et al. 2013). Sechs bis acht Stunden zwischen den Trainingseinheiten ermöglichen in der Regel eine substanzielle, wenn auch oft unvollständige Wiederherstellung (https://coachsci.sdsu.edu/swim/bullets/icar9192/icar318.htm– Zugriff 10.11.20). Ein zu niedriger Muskelglykogenspiegel beeinflusst die Reaktion des Blutlaktats und damit die Anwendung von Laktatkurven im Schwimmtraining („Pseudoverbesserung“) (Reilly & Woodbridge 1999). Durch Ausdauertraining kann Muskelglykogen eingespart werden (Umschalten auf Fette). →Kohlehydrataufladung

Aus aktuellen Studien:

  • Sprinttraining (30s-Lauf) führte unter Hypoxie zu einer größeren Abnahne des Muskelglykogengehalts als bei normaler Sauerstoffversorgung (Normoxie) (Kasai et al. 2018).
  • Der optimale Zeitpunkt der Kohlenhydrataufnahme zur Wiederherstellung des Muskelglykogens nach Belastung ist teilweise umstritten (Ouchi et al. 2017). Es ist aber möglich, Muskelglykogen in belasteten Muskeln durch eine sofortige „Nachfütterungsstrategie“ aufzufüllen (Bradley et al. 2017). Aber zumindest bei kürzeren Ausdauerbelastungen ist die Empfehlung für eine sofortige Kohlenhydrateinnahme zu hinterfragen (Carlsohn et al. 2013).
  • Während einer 72-stündigen Kohlenhydratzufuhr mit überschüssiger Energieaufnahme stieg das Muskelglykogen an und die Ausdauerleistung wurde verbessert (Shiose et al. 2016).

Quellen

  • Bradley, Hannon, Benford, Morehen, Twist, Shepherd, Cocks, Impey, Cooper, Morton & Close (2017). Metabolic demands and replenishment of muscle glycogen after a rugby league match simulation protocol. Journal of Science and Medicine in Sport (20)9, 878-883 Zur Quelle
  • Carlsohn, Heydenreich & Mayer (2013). Untersuchung des Einflusses standardisierter Kohlenhydratgabe zur Glykogenresynthese auf die Leistungsfähigkeit während simulierter Doppelstarts bzw. zwei Wettkampfbelastungen innerhalb von 24 Stunden. BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2012/13, 11-15 Zur Quelle
  • Kasai, Tanji, Ishibashi, Ohnuma, Takahashi, Goto & Suzuki (2018). The effect of sprint exercise in hypoxia on muscle glycogen utilization. The Journal of Physical Fitness and Sports Medicine (7)6, 413 Zur Quelle
  • Ouchi, Shiose, Osawa, Motonaga, Kamei, Kawahara, Taguchi, & Takahashi (2017). Effect of the time of carbohydrate intake on muscle glycogen recovery post-exercise. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism (27), S1, S14 Zur Quelle
  • Reilly & Woodbridge (1999). Effects of moderate dietary manipulations on swim performance and on blood lactate-swimming velocity curves. International Journal of Sports Medicine (20)2, 93-97 Zur Quelle
  • Shiose, Yamada, Motonaga, Sagayama, Higaki, Tanaka & Takahashi (2016). Changes in muscle glycogen, body composition, and endurance performance during 72- hour carbohydrate loading with excess energy intake. 21th Annual Congress of the European College of Sport Science (ECSS), Vienna, 6. -9. July 2016, S. 326/27 Zur Quelle
Überarbeitet am 10. November 2020Autor: Klaus Rudolph