Muskelglykogen

10. November 2020 M 0

Muskelglykogen (muscle glycogen), der im Skelettmuskel (und nicht im Blut oder der Leber) gespeicherte Anteil an Glykogen von etwa 1,5g pro 100g Feuchtmuskel. Durch Superkompensation ist eine Erhöhung auf 4 g / 100 g möglich. Glykogen ist nicht gleichmäßig in den Skelettmuskelfasern verteilt, sondern eher in verschiedenen Pools lokalisiert. Diese Verteilung variiert je nach Trainingsintensität, Faserphänotyp, Trainingszustand und Immobilisierung (Ørtenblad & Nielsen 2015). Die muskulären Glykogenspeicher sind eine leistungsbeeinflussende Komponente. So ist Ermüdung zumeist Folge der Erschöpfung dieser Speicher. Costill et al. ermittelten bei Schwimmern, die ein 10tägiges Training nicht durchstanden, dass deren Muskelglykogenspiegel signifikant reduziert war. Folglich stellt das Wiederauffüllen der Glykogenspeicher die determinierende Komponente hinsichtlich der Erholungszeit dar (Carlsohn et al. 2013). Sechs bis acht Stunden zwischen den Trainingseinheiten ermöglichen in der Regel eine substanzielle, wenn auch oft unvollständige Wiederherstellung (https://coachsci.sdsu.edu/swim/bullets/icar9192/icar318.htm– Zugriff 10.11.20). Ein zu niedriger Muskelglykogenspiegel beeinflusst die Reaktion des Blutlaktats und damit die Anwendung von Laktatkurven im Schwimmtraining („Pseudoverbesserung“) (Reilly & Woodbridge 1999). Durch Ausdauertraining kann Muskelglykogen eingespart werden (Umschalten auf Fette). →Kohlehydrataufladung

Aus aktuellen Studien:

  • Sprinttraining (30s-Lauf) führte unter Hypoxie zu einer größeren Abnahne des Muskelglykogengehalts als bei normaler Sauerstoffversorgung (Normoxie) (Kasai et al. 2018).
  • Der optimale Zeitpunkt der Kohlenhydrataufnahme zur Wiederherstellung des Muskelglykogens nach Belastung ist teilweise umstritten (Ouchi et al. 2017). Es ist aber möglich, Muskelglykogen in belasteten Muskeln durch eine sofortige „Nachfütterungsstrategie“ aufzufüllen (Bradley et al. 2017). Aber zumindest bei kürzeren Ausdauerbelastungen ist die Empfehlung für eine sofortige Kohlenhydrateinnahme zu hinterfragen (Carlsohn et al. 2013).
  • Während einer 72-stündigen Kohlenhydratzufuhr mit überschüssiger Energieaufnahme stieg das Muskelglykogen an und die Ausdauerleistung wurde verbessert (Shiose et al. 2016).

Mehr zum Thema: Colombani, C. (2017). Die Empfehlungen zur Kohlenhydratzufuhr im Sport: eine historische Betrachtung.  ReviewSwiss Sports& Exercise Medicine,65 (1), 6–11, https://ssms.ch/fileadmin/user_upload/Zeitschrift/65-2017-1/1-2017_1_Colombani.pdf – Zugriff 10.11.20


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