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Begriff

Risikobereitschaft

Risikobereitschaft (risk-taking), Bereitschaft, Risiken einzugehen als psychische Leistungsvoraussetzung, die besonders im Streben nach sportlichen Höchstleistungen sowohl im Training (Angehen neuer Belastungsanforderungen) als besonders im Wettkampf (schnelles Angehen, Zwischenspurts usw.) wichtig ist und stabiles Selbstvertrauen, Mut und Verantwortungsbewusstsein voraussetzt. Männer gehen angeblich (Wörterbuch Psychologie) mehr Risiken ein als Frauen. Mit zunehmendem Alter wird die Risikobereitschaft geringer, was sich allerdings bis zu einigen Masterschwimmern noch nicht herumgesprochen hat. Eine Studie englischer Wissenschaftler ergab, dass sich 14-Jährige am risikofreudigsten zeigen (SPIEGEL online 25.03.2010).

In einer Befragung unter deutschen Spitzensportlern stimmten 40,5 % der These zu, dass sie gesundheitliche Risiken bewusst in Kauf nähmen (Breuer & Hallmann, 2013). Der stark gestiegene Leistungs– und Erwartungsdruck bringt viele Athleten an die Grenzen des Machbaren. Hierbei spielt neben Technik, Kondition oder Material, vor allem die psychische Stabilität der Sportler eine bedeutende Rolle (→Sportpsychologie). Letztendlich ist es gerade die Psyche und darin eingebettet die Risikobereitschaft, die über Sieg oder Niederlage entscheidet (vgl. Schweer 2012, S. 47).

Exkurs: Grund et al. (2012) gingen am Beispiel von Spielen der NBA der Frage nach, wann eine erhöhte Risikobereitschaft Sinn macht. Ihre Erkenntnis: Zurückliegende Teams setzten mehr Dreipunkt-Würfe ein. Diese erhöhte Risikobereitschaft war aber in der Mehrzahl der Fälle nicht effektiv ist. Denn die Teams, die „normal“ weiterspielen, hatten größere Chancen noch zu gewinnen als die risikobereiten. Hohes Risiko lohnt sich selten. Wie wichtig es ist, im Wettkampf einen „kühlen Kopf“ zu bewahren und nicht „um jeden Preis Siegen zu wollen“, davon zeugen auch erfolgreiche Biathleten.

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Quellen

Verwandte Begriffe

  • RisikoDas trifft auch auf den Sport zu, der zur Gesunderhaltung beitragen kann.
  • LeistungsvoraussetzungIn der Arbeitswelt die Gesamtheit der zur Ausführung von …
  • Training„systematische und zielgerichtete Herausbildung und Verbesserung von Handlungskompetenz …
  • WettkampfWettbewerb (competition), Kampf um die beste Leistung vor allem auf kulturellem und sportlichem …
  • SelbstvertrauenEinstellung zu sich und der eigenen Leistungsfähigkeit …
  • Mut„bereitwillig etwas wagen, wozu man für gewöhnlich Angst hat“ (Wikipedia) und damit für die …
  • VerantwortungsbewusstseinVor allem moralisch begründete Charaktereigenschaft des …
  • Masterschwimmen„Sportliche Bewegungen im Wasser unter Wettkampfbedingungen …
  • Antriebsregulation(Psychologie), „Funktionseinheit der Handlungsregulation …
  • Intelligenz, von lat. inter „zwischen“ und legere „lesen, wählen“ …
  • Kindesalter, spätesAuch spätes Schulkindalter, Lebensphase im Alter vom 10./11. Lebensjahr …
  • FreiwasserschwimmerSchwimmer, der sich dem Freiwasserschwimmen verschrieben hat.

Schlagwörter

Überarbeitet am 4. März 2023Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Risikobereitschaft. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/risikobereitschaft/ (abgerufen am 2. November 2026).