Siegertyp

20. Juli 2017 S 0

Siegertyp (type of winner), Auf die Frage, woran man einen Siegertyp erkennt, wartet die Wissenschaft mit unterschiedlichen Ansätzen auf, von genetischer Eignung, harter Arbeit, frühkindlicher Prägung oder einer in der Praxis erworbenen Fähigkeit. Hinzu kommt, dass sich eine ganze Branche an Beratern und Mentalcoaches der nach „dynamischen Führungskräften“ dürstenden Wirtschaft anbiedert auf der Suche nach dem vollkommenen Menschen. →Selbstvertrauen.

Wir verstehen darunter einen Sportler, der durch hohe Kampfbereitschaft sein Leistungsvermögen optimal im Wettkampf umsetzt und so die erwarteten Resultate erreicht oder noch übertrifft; damit der Wunschtyp eines jeden Trainers. Niederlagen schmerzen ihn zwar, aber er gibt nicht auf. Der Siegertyp setzt sich auch in anderen Situationen einem Optimierungs- und Rekordzwang aus, so dass er dann in den kritischen Wettkämpfen keinen übermäßigen Stress wahrnimmt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Glauben an sich selbst und im Kampf, den der Siegertyp sucht und braucht (Hemery, 1991). Eine ausgeprägte Siegermentalität nützt aber wenig, wenn der Sportler nicht die Technik und die körperlichen Voraussetzungen mitbringt. Erst das optimale Zusammenspiel von körperlichen und psychologischen Voraussetzungen sind das Fundament des Siegertyps. Dabei kann der Trainer als „Katalysator“ wirken, indem er zeigt, dass er an sich, an seine Arbeit, seine Trainingsinhalte – und damit an die Leistungsentwicklung des Sportlers – glaubt (Ch. Zepp, Sportpsychologe. 22.06.2015).

Durch mentales Training gilt es, gedankliche Muster so weit zu automatisieren, dass sie – wie die trainierten Bewegungen– ohne weitere bewusste Kontrolle ablaufen. „Im entscheidenden Moment soll der Kopf die Handlung unterstützen und nicht stören. Je besser es gelingt, Denken und Handeln des Athleten zu synchronisieren, desto eher stellt sich jenes besondere Erleben ein, das fast jedes Leistungshoch begleitet“ (Eberspächer bei Ayan, 2004).

 

„Ich dachte, wenn ich es oft genug sage, kann ich die Welt bestimmt davon überzeugen, dass ich wirklich der Größte bin.“ (Muhammad Ali)

 

Aber letztlich: ohne Fleiß – kein Preis:

 „Wenn man was gewinnen will, muss man sich für die Sportart den Hintern aufreißen, jeden Tag“ Stephan Lurz, Weltmeister Freiwasserschwimmen. 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.