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Begriff

Körpertemperatur

Körpertemperatur (body temperature), Temperatur des Körperinneren (Körperkerntemperatur), der die Messung mit dem Fieberthermometer im Mastdarm am nächsten kommt. Das Mittel liegt zwischen 36,3° und 37,4°C und schwankt im Tagesrhythmus mit einem Minimum um 6 Uhr und einem Maximum um 18 Uhr. Bei Temperaturen um 35°C spricht man von Untertemperatur, 33°C Unterkühlung, 20°C und weniger überlebt der Mensch nicht, ab 38,1° beginnt das Fieber, ab 42°C versagt der Kreislauf, Temperaturen über 44°C sind tödlich.

Nach mehrstündigen Ausdauerbelastungen sind Temperaturen von 38°-39°C normal, 41°C sind als Grenzwert anzusehen, da es bei 42°C zu Gewebezerstörungen kommen kann (Engelhardt & Neumann, 1994). Gut trainierte Sportler verfügen im Vergleich zu Nichtsportlern über ein besser geschultes Thermoregulationssystem. Sie schwitzen schneller und stärker. Hochleistungssportler sind bei einer Körperkerntemperatur von 40°C noch belastbar, müssen aber mit Leistungseinbußen rechnen.

Durch die erhöhte Wärmeleitfähigkeit des Wassers ist die Wärmeabgabe etwa 200mal größer als an der Luft. Bis 20°C lässt sich die Wärmeabgabe durch Wärmebildung (Zittern) ausgleichen. Nach einer Wettkampfbelastung von 5 km  in 27°C und 32°C-warmen Wasser wurden rektal leicht erhöhte Temperaturen gemessen. Unter 20°C sinkt die Körpertemperatur. Bei einem einstündigen Aufenthalt im Wasser um 15°C geht die Rektaltemperatur auf 34°-35°C zurück. Ab 25°-28°C tritt durch Herz- und Atemstillstand der Tod ein. Da beruhigt es doch im Interesse der Superlangstreckler und Eiswasserschwimmer, dass von professionellen Taucherinnen eine Anpassung an Temperaturen von 10-12°C bekannt ist (De Marees, 1992). Die mittels „CorTemp“ (Kapsel als „Schluckthermometer“ mit einem temperaturempfindlichen Quarz-Kristall) gemessene Kerntemperatur konnte über 40km Schwimmen in kaltem Wasser gehalten werden (Leclerc et al. 2000). Dem entgegen konnte bei einem Wettkampf über 1500m ein Anstieg der Körpertemperatur mit steigender Schwimmgeschwindigkeit registriert werden (Taimura et al. 2000). Eine häufige Flüssigkeitsaufnahme während des Schwimmtrainings fördert bessere Leistungen und niedrigere Körpertemperaturen (Taimura & Sugahara,1996).

Wichtig ist das Warmhalten vor dem Start. So verbesserte das Tragen von warmer Kleidung während einer 30-minütigen Vorstartphase die Schwimmleistung um 0,6% im Vergleich zur üblichen Kleidung (Handtuch, Shirt) (Galbraith & Willmott, 2018). →Temperaturregulation, →Körperoberfläche

 

Mehr zum Thema

Quellen

  • Engelhardt & Neumann (1994). Sportmedizin – Grundlagen für alle Sportarten. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH 1994 Zur Quelle
  • Galbraith & Willmott (2018). Transition phase clothing strategies and their effect on body temperature and 100-m swimming performance. European Journal of Sport Science (18)2, 182-189 Zur Quelle
  • Leclerc, Lacroix & Montgomery (2000). Body temperature homeostasis during a 40 km open water swim. Journal of Swimming Research, 14, 26-32 Zur Quelle
  • Taimura & Sugahara (1996). Effect of fluid intake on performance, body temperature and body weight loss during swimming training. Medicine & Science in Sports & Exercise (28)5, 51-58 Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • UnterkühlungHypothermie; Absinken der Körpertemperatur durch äußeren Wärmeverlust …
  • FieberLat. febris, eigentlich „Hitze“; erhöhte Körperkerntemperatur über den Normalwert von 37°C …
  • Herz-Kreislaufsystem(Kreislauf) (heart circulation system), kardiovaskuläres System, Transportsystem …
  • AusdauertrainingTraining zur Ausbildung der verschiedenen Ausdauerfähigkeiten mit …
  • ThermoregulationGriech. thermos „warm, heiß, hitzig“; Regelvorgänge …
  • Schwimmgeschwindigkeit(swimming velocity; speed), Geschwindigkeit des Schwimmers …
  • Flüssigkeitshaushalt50 – 80 Prozent des menschlichen Körpers sind Wasser …
  • LeistungPhysikalisch power (Physik) Quotient aus Arbeit und Zeit (P = W : t) …
  • AkklimatisationAnpassung des Organismus an veränderte Umgebungsfaktoren wie Höhe …
  • Dehydration/Dehydratation (dehydration), griech. hydro „Wasser“+ de „fehlend“ …
  • GrundumsatzAuch: Basalumsatz/ Ruheumsatz, Energieumsatz des Organismus …
  • HitzeErhöhte Lufttemperatur (> 25°C = Sommertag, > 30° = Hitzetag/Tropentag) …
Überarbeitet am 14. Januar 2020Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Körpertemperatur. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/koerpertemperatur/ (abgerufen am 3. November 2026).