Fähigkeitstransfer

17. April 2017 F 0

Fähigkeitstransfer (transferable skills) Überführung der im jahrelangen sportlichen Training erlangten Fähigkeiten in andere Lebensbereiche. So lassen sich im Sport erworbene Fähigkeiten wie individuelle Stressbewältigungs – und Selbstkontrollstrategien sinnvoll nutzen. Weiterhin helfen die Interventionsmethoden auch beruflichen Qualifikationen (Alfermann, 2008).

Mit zwei Metaanalysen überprüften Sala & Gobet (2017) die Wirkung von Schach- und Musikunterricht auf die kognitiven und akademischen Fähigkeiten von Kindern, in einer weiteren die Auswirkungen des Arbeitsgedächtnistrainings auf die kognitiven Fähigkeiten, die mit Musik- und Schachkompetenz korreliert sind. Dieses Ergebnismuster wirft ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit von Schach, Musik und Gedächtnistraining auf. Deshalb schlussfolgern die Autoren, dass ein weiter Transfer von Lernen selten stattfindet.

Exkurs: Auch empirische Untersuchungen zum Zusammenhang von sportlicher Aktivität und Persönlichkeit zeigen ein sehr uneinheitliches Bild, entgegen unseren Erfahrungen in der Trainingspraxis. Das mag daran liegen, dass wir den Sportler fast nur in einem von mehreren Tätigkeitsbereichen kennen und beurteilen. Ist er in der Schule genauso ehrgeizig wie im Training? Maßgeblich wird diese Frage entschieden, inwieweit der Sportler persönlich Verantwortung übernimmt, wie er den Sport ausübt. Wobei dies unter den veränderten Wertvorstellungen des modernen Leistungssports (→Sieg um jeden Preis, →Vereinnahmung durch die Medien) immer schwieriger wird. Es ist ein Prozess, in dem wir den Sportler nicht sich selbst überlassen dürfen. Mündigkeit entwickelt sich nicht im Selbstlauf (Beckmann & Elbe, 2008; Conzelmann, 2001). →Charakter,Karriereende


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