Leistungsreserve

09. März 2018 L 0

Leistungsreserve (reserve in capacity), in der Technik (Regelleistung bei Stromversorgung, Aufladung bei Verbrennungsmotoren) die Reserve an Leistungskraft.

Im Sport uneinheitlich gebraucht, einmal einfach für Möglichkeiten weiterer Leistungssteigerungen (“Leistungsreserve Maximalkraft“) zum anderen im Sinne der Anpassungsreserve oder auch als „körperliche, psychische und soziale Ressourcen, die lediglich in außergewöhnlichen Beanspruchungssituationen in Anspruch genommen werden“ (Kleinert, 2005). Leistungsreserven erschließen sich aus der Differenz zwischen Ziel/Soll-Vorstellungen (→Norm) entsprechend der Leistungsstruktur einer Sportart und dem über Leistungsdiagnostik und Wettkampfanalyse ermittelten Istzustand. In dem Sinne ist Reserve ein Mangel, hört sich aber besser an.

Beispiele:

  • Wettkampfanalysen der Renngestaltung der Weltbesten 200- und 400-m-Schwimmer zeigten, dass die Möglichkeit von Geschwindigkeitserhöhung bzw. -erhalt durch die Delfinbewegung bei Start und Wende für die deutschen Nachwuchs- und Spitzenschwimmern eine wesentliche Leistungsreserve darstellt (Leopold, 2004).
  • Weltstandanalysen in diversen Sportarten verdeutlichen, dass die Erhöhung sportartspezifisch relevanter Bewegungsgeschwindigkeiten eine  Leistungsreserve ist, um die muskuläre Leistung zu steigern. Dies können maximale und durchschnittliche Lauf-, Schwimm-, Kanu-, Ruder-, Eisschnell- und Skilanglaufgeschwindigkeiten ebenso wie Anlauf-, Absprung– und Abwurfgeschwindigkeiten sein…Zur Entwicklung der muskulären Leistung ist ein Krafttraining in nahezu allen Sportarten eine Leistungsreserve. Damit vom Sportler eine höhere Kraftwirkung auch bei größeren Bewegungsgeschwindigkeiten aufgebracht werden kann, muss die Bewegungsgeschwindigkeit auch im Krafttraining berücksichtigt werden.“ (Lehmann et al. 2019)
  • Mit den Schwerpunkten Individualisierung, Spezialisierung und Professionalisierung sind wesentliche Leistungsreserven im Hochleistungstraining des Schwimmers beschrieben (Rudolph, Wege zum Topschwimmer, Bd. 3, Hofmann 2014)

„Man muss in allen Dingen stets etwas in Reserve haben: dadurch sichert man seine Bedeutsamkeit.“ Baltasar Gracián y Morales (1601 – 1658), spanischer Jesuit, Moralphilosoph und Schriftsteller

 


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