Begriff: Sportethik

Sportethik

Sportethik (ethics of sport), auf den Sport bezogenes Spezialgebiet der Ethik als Theorie von der Moral, „welche die dem menschlichen Handeln in Sport und Sportwissenschaft zugrundeliegenden moralischen Normen und Prinzipien kritisch reflektiert und begründet…Die Sportethik vereinigt in sich individual-ethische und sozialethische Aspekte. Auf der Akteursebene stehen das moralisch richtige und gute Handeln der am Sport direkt oder indirekt Beteiligten (Sportler, Trainer etc.), d. h. insbesondere die Regelbefolgungspraxis und Fairnessfragen im Vordergrund. Auf der Ebene der Sozialethik stellen sich unmittelbar institutionenethische Fragen wie z.B. die Frage nach der Legitimierung des Dopingverbots oder Probleme des Kinderhochleistungssports. Hier werden die Strukturen von Sport und Sportwissenschaft (Regelkodizes/-implementierung, Wissenschaftsethik) sowie die Einbettung und Rolle des Sports im gesamtgesellschaftlichen bzw. globalen Zusammenhang kritisch reflektiert (Umweltfragen, Körperkultur, Legitimation des Sports). Die Ebenen können jedoch teilweise überlappen, insofern z.B. Doping sowohl individual- als auch institutionenethisch betrachtet werden kann. Klassische Problemfelder des vorwiegend individualethisch geführten Sportethikdiskurses sind die Zunahme an Gewalt (Foulspiel, Zuschauerkrawalle) und Betrugshandlungen (Schwalbe, Doping, Rundenabsprachen). In jüngerer Zeit findet eine Ausdifferenzierung statt durch Reflexionen zum Trainerethos, zu tier- und umweltethischen Problemen sowie zu leibökologischen Fragen des nachhaltigen Körperumgangs und Wandels der Körperverhältnisse.“  (Claudia Pawlenka: http://www.information-philosophie.de/?a=1&t=2911&n=2&y=1&c=76 ).→Fairplay,Lebensführung, →Instrumentalisierung des Sports,Kommerzialisierung, →Aggresivität bis zur Sportgeschichte, →Ehrenkodex der Trainer

Beispiel: Im Mai 2026 sind in Las Vegas außerordentlich hoch dotierte Wettbewerbe im Schwimmen, in der Leichtathletik und im Gewichtheben geplant, bei denen die Einnahme von leistungssteigernden und im organisierten Spitzensport verbotenen Mitteln ausdrücklich erlaubt ist. Schwimmer und Ex-Europameister Kusch begründet als erster Deutscher seine Teilnahme an diesen „erweiterten Spielen“: „Der Sport hat mir nie die finanzielle Sicherheit gegeben, um mir eine Zukunft aufzubauen. Jetzt möchte ich für meine Familie sorgen.“ Dazu seine ehemalige Mannschaftskameradin und DSV-Aktivensprecherin Brandt: „Irgendwie fühlt es sich schon so an. Wir haben eigentlich gewisse Werte, gewisse Haltungen – und da rückt jetzt jemand aus diesem Kreis aus, der das jahrelang mitgetragen hat. Das ist für mich erstmal schwer zu verstehen.“ 

Mehr zum Thema: Ethikstandards zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen am Beispiel der Sportmedizin: Harriss, MacSween & Atkinson, G. (2019). Ethical Standards in Sport and Exercise Science Research: 2020 Update. International Journal of Sports Medicine, 40 (13), 813-817. Zugriff am 17.12.2019 unter https://dx.doi.org/10.1055/a-1015-3123

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  • Erstellt am: 13. November 2025
  • Überarbeitet am: 13. November 2025
  • Autor: Klaus Rudolph

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