Stress, oxidativer

02. August 2017 St 0

Stress, oxidativer (oxidativer stress), durch freie Radikale verursachte Alterung der Körperzellen (Zelle) und schwerwiegende Erkrankungen wie Grauer Star, Arteriosklerose, rheumatische Arthritis, bestimmte Krebsarten, aber auch vorzeitige Hautalterung und Alterungsprozess (Free Radical Theory of Aging, Harman D., Antioxidant & Redox Signaling 2003). Über die Atmungskette werden 10-15% des Sauerstoffs als Radikale freigesetzt. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Zufuhr von Antioxidantien gegen Arteriosklerose oder andere durch freie Radikale induzierte Krankheiten schützen kann. Wegen kontroverser Studienergebnisse wird die Supplementation mit Antioxidantien heute nicht mehr generell, dafür eine ausgewogene Ernährung mit täglichem Obst- und Gemüsekonsum empfohlen. →Burst, oxidativer

Da es bei sportlichen Belastungen auch zu einem Überangebot an Sauerstoff kommen kann, können die Mitochondrien nicht allen Sauerstoff zu Wasser verbrennen. Gleichzeitig kommt es aber in den nicht beanspruchten Organen zu einem Sauserstoffmangel. Strömt das Blut nach der Belastung zurück, steigen dort die freien Radikale dramatisch an. Oxidativer Stress ist aber mehr ein Risikofaktor für den untrainierten Gelegenheitssportler als für den Leistungssportler, der besser in der Lage ist, freie Radikale unschädlich zu machen. Denn regelmäßiges Training kann die antioxidative Reservekapazität des Menschen erhöhen. Unter extremen Belastungen (anaerob oder extrem extensiv) ist aber auch beim gut trainierten Sportler ein erhöhter oxidativer Stress nachweisbar. Dazu sind aber objektive Messwerten aus Serum, Blut und Harn erforderlich.

Um die Bildung freier Radikale einzuschränken wird eine ausreichende Zufuhr antioxidativ wirksamer Nährstoffe (kalorienarme, ballaststoff-, vitamin– und spurenelementreiche Ernährung ohne toxische Belastungen) empfohlen (Zapf, Quelle s.u.). Eine Verbesserung der muskulären Leistungsfähigkeit beim gesunden Sportler durch anti-oxidativ wirkende Vitamine ist nicht zu erwarten. Eine Reduzierung von Muskelstresssymptomen durch die exogene Beeinflussung der antioxidativen Regulation ist ebenfalls nicht ausreichend gesichert. Über die Stabilisierung des pro/anti-oxidativen Gleichgewichts ist wie für die breite Bevölkerung auch für Sportler ein Gesundheitsvorteil im Sinne der Prävention anzunehmen (Berg & König, 2000, S. 178)

Zum aktuellen Stand (Lamprecht, 2010, S.10): „Die Frage nach der antioxidativen Supplementation beim Sport mit einem generellen Ja oder Nein zu beantworten, ist unmöglich. Vor allem bei Leistungs- und HochleistungssportlerInnen muss die Entscheidung pro oder contra auf die individuellen Trainingsgegebenheiten, Trainingszustand, Ernährungsverhalten, Produktqualität und –bioaktivität individuell entschieden und abgestimmt werden. Die Forschung steht auf diesem Gebiet noch vielen Herausforderungen gegenüber. Eine Vielzahl von Studien wird noch notwendig sein, um mehr klaren Antworten als offenen Fragen gegenüber zu stehen“.

Exkurs: Die Hauptnahrungsquellen kenianischer und äthiopischer Langstreckenläufer setzt sich zu 86-88 % aus pflanzlichen Nahrungsquellen zusammen (Onywaraet et al, 2004, Beis et al, 2011).

Mehr zum Thema: https://www.loges.de/service/magazin/oxidative-belastung-im-ausdauersport/

 

 


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