Begriff: vLaktatmax
vLaktatmax
vLaktatmax (VLamax oder Lmax), maximale Laktatkonzentration im Blut in Millimol pro Liter pro Sekunde (mmol/l/s). Sie ist ein wesentlicher Parameter der Trainingssteuerung zur Bestimmung der glykolytischen, anaeroben Leistungsfähigkeit als auch im Rahmen von Stufentests der aeroben Leistungsfähigkeit. Entscheident ist hier der Bezug zur Geschwindigkeit. Diese kann hier auf unterschiedlicher energetischer Grundlage erreicht werden.
Beispiel: So realisieren zum Beispiel in einem Stufentests über 5 x 100m Freistil Langstreckler und „Sprinter“ bei gleichem Laktat vollkommen unterschiedliche Schwimmgeschwindigkeiten. Während zum Beispiel (s. Abb.) der Langstreckler bei 4 mmol/l die 100m unter 60 Sekunden schwimmen kann, benötigt der Sprinter dafür über 1:10 min. Im Mobilisationsbereich kehren sich die Verhältnisse um. Der Langstreckler beendet den Test bei 0:55 min mit 9,6 mmol/l Laktat, während der Sprinter bis zu 0:50,2 min gelangt bei 15 mmol/l Laktat (obwohl die extrapolierte Laktat-Leistungskurve bis 18 mmol/l weiter ansteigt).

Abb.: Laktat-Leistungskurven von Stufentests über 5 x 100m Freistil (A. Sprinter; B Langstreckler)
Laktatmax setzt maximale Ausbelastung voraus, die im Training – bezogen auf die Wettkampfstrecke – selten erreicht wird. In den Stufentests erzielen Schwimmer etwa 95% der Wettkampfzeit und 75% des Wettkampflaktats bei einer Streuung von 5% (Rudolph 2014, 103).
Exkurs: Der SPIEGEL beschreibt „vLamax als Geheimwaffe der Topsportler“, die „selbst manche Sportwissenschaftler kaum kennen“ würden (Römer, J. in Heft 48/25, 110-112). Im Sportschwimmen ist „Lmax“ schon seit über 30 Jahren eine wesentliche Kenngröße des Stufentests und damit der Leistungsdiagnostik. Aber sowohl mit der Intensivierung des Ausdauertrainings (HIT) und der leichteren Erfassung durch die Digitalisierung der Technik hat Laktatmax an Bedeutung gewonnen.
