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Begriff

Erregbarkeit, neuromuskuläre

Erregbarkeit, neuromuskuläre (NME) (neuromuscular excitability), „Messgröße, die auf morphologischen Strukturen und physiologischen Prozessen von motorischem Nerv und Muskelfaser beruht! (Schneider et al, 1998). Sie wird durch reizstromdiagnostische Messungen bestimmt (Reizintensität – Reizzeit =IT – Werte). Neuronale Funktionen sind eng an den Säure-Basen-Haushalt gebunden. So steigern Verschiebungen im Elektrolythaushalt die NME, u.a. auch bei Hyperventilation. Beispiel ist Tetanie bei Kalziummangel.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Kraft, Schnelligkeit und NME. Da mit der Kraftmessplatte bei reaktiven Sprüngen dieser Zusammenhang verdeutlicht werden konnte, wird das IT(Informationstechnik) – Verfahren zur Bestimmung des sportmotorischen Potentials eines Sportlers empfohlen. Besonders Vibrationstraining verbessert die bilaterale kortikospinale (von Großhirnrinde zum Rückenmark verlaufende) Erregbarkeit, wie eine verkürzte kortikale Ruhephase und eine niedrigere kortikale Motorschwelle sowohl bei trainierten als auch bei nicht trainierten Extremitäten zeigt (Fowler et al. 2010; Mutschelknauss, 2006). Eine Magnesium-Supplementierung von Sportlern erhöhte das Skelettmuskelmagnesium nicht und hatte keine Wirkung auf die neuromuskuläre Erregbarkeit sowie auf Muskelkrämpfe (Weller et al. 1996). .→Leistungsdiagnostik, →Talentsuche, →Sprungkraft

Quellen

  • Schneider, Mielke & Mester (1998). Die Beziehung zwischen der neuromuskulären Erregbarkeit und Bodenreaktionskräften bei reaktiven Sprüngen. Leistungssport 6/55-57 Zur Quelle
  • Weller, Mairbäurl, Bachert & Bärtsch (1996). Mg-supplementation of athlethes does not increase skeletal muscle Mg. International Journal of Sports Medicine (15)1, 540 Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • Motorische EinheitMotorische Einheit (motor unit) Einheit, motorische
  • MuskelfaserKontraktiler Grundbaustein der Skelettmuskulatur …
  • Säure-Basen-HaushaltRegelmechanismus zur Konstanz der alkalischen Reaktion der …
  • ElektrolytGriech. elektron „Bernstein“ i. ü.
  • HyperventilationGriech. ὑπέρ hypér „über“ und lat. ventilare „fächeln“ …
  • TetanieGriech. tetanos „Spannung“; muskuläre Übererregbarkeit …
  • Kalzium(calcium), Mineralstoff von großer Bedeutung für den Körperbau (99% in Knochen und Zähnen) und …
  • KraftUrsprünglich nur auf Muskelspannung bezogen …
  • Schnellkraft(power; speed strength), neuromuskuläre Fähigkeit …
Überarbeitet am 13. April 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Erregbarkeit, neuromuskuläre. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/erregbarkeit-neuromuskulaere/ (abgerufen am 1. November 2026).