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Grunduntersuchung, sportmedizinische

Grunduntersuchung, sportmedizinische (primary checkup ,sportmedical), Standard für eine Gesundheitsuntersuchung, die mindestens einmal jährlich von ausgewiesenen Sportmedizinern für Kadersportler verbindlich ist. In den Ländern stehen dazu den Kadersportlern vom DOSB bzw. Landessportbund benannte (lizenzierte) Untersuchungszentren/stellen kostenlos zur Verfügung. A/B-Kader im Schwimmen erhalten die Grunduntersuchung im Rahmen der zentralen KLD. Mit sportmedizinischen Grunduntersuchung soll: die Gesundheit im…

Gruppe, soziale

Gruppe, soziale (group, social), Vereinigung von Individuen, die durch gemeinsame Ziele, Interessen und vielfältige Beziehungen verbunden sind, sich bestimmten Normen unterwerfen und Aufgaben verteilen (→Rolle, soziale). Die soziale Gruppe ist immer ein Teil der Gesellschaft und vermittelt zwischen Gesellschaft und Individuum. Besonders für Kinder und Jugendliche spielt die soziale Gruppe zur Ausbildung der eigenen Identität…

Gruppendynamik

Gruppendynamik (group dynamics), aktiver, von der Umwelt (Gesellschaft) bestimmter Prozess der Entstehung und Entwicklung der inneren Beziehungen und Strukturen einer Gruppe. Die Gruppendynamik erfasst das Geschehen in Kleingruppen, die auch für den Sport (Trainingsgruppen) typisch sind. Die Leistungsfähigkeit einer Gruppe wird maßgeblich durch Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen zu kooperieren,  von Gruppennormen, strukturellen Beziehungen und…

Gruppengespräch

Gruppengespräch (group-talk), auch Gruppendiskussion, Gruppeninterview, Gruppenexperiment. Um Informationen zu sammeln, bennent ein Diskussionsleiter ein Thema und führt dazu ein Gespräch mit mehreren Teilnehmern, zumeist einer bestimmten Organisationsform (Arbeitsgruppe, Rehabilitationsgruppe, Seminargruppe usw.). Damit das aber nicht zu einer allgemeinen Plauderei ausartet, sind bestimmte Prinzipien einzuhalten: mit einer klaren Zielstellung in das Gespräch gehen, durch Zwischenergebnisse "roten…

Gruppengröße

Gruppengröße (group size), Anzahl der Mitglieder einer Gruppe. Nach wirtschaftspsychologischen Studien nehmen mit der Gruppengröße auch die Prozessverluste zu. Die Kapazität und Fähigkeiten die weitere Mitglieder einbringen, erhöhen den Koordinationsaufwand, erschweren die Kooperation und verringern Zufriedenheit und Zusammenhalt im Team (Gully, Devine & Whitney, 1995). Über die optimale Klassengröße an Schulen gibt es (wieder einmal)…

Gruppenklima

Gruppenklima (group climate; group atmosphere),”von den Gruppenmitgliedern erzeugte und weitgehend einheitlich erlebte Atmosphäre in Gruppen, die auch für Außenstehende spürbar ist“ (Müller in Schnabel & Thieß, 1993, S.361). Ein gutes Gruppenklima ist geprägt von: sozialen Beziehungen ohne ständige multilaterale Spannungen, subjektivem Wohlbefinden, Geborgensein, einheitlichem Ton und Stil sowie Verhaltensnormen (→Gruppennorm), klare Rollenverteilung (→Rolle) und gegenseitige…

Gruppenkohäsion

Gruppenkohäsion (group coherence), lat. cohaerere „zusammenhängen“; Zusammenhalt der Gruppe („Wir-Gefühl“), →Gruppentraining, →Gruppenklima, →Gruppenstruktur Lau & Stoll (2007, S.157) untersuchten den Einfluss von Geschlecht, Qualifikation (Könner vs. Novizen) und Alter auf den Zusammenhalt der Gruppe. Danach spiele das Geschlecht keine Rolle, die Zugehörigkeitsdauer zum Team beeinflusst die Kohäsion nicht und die Sportart spielt keine signifikante Rolle.…

Gruppennorm

Gruppennorm (group standard), verbindliche Richtlinie für das Verhalten der Mitglieder einer Grupp;. Mehrheitsposition zu Erwartungen und Verhaltensweisen der Gruppe. Bereits die Akzeptanz der „Baderegeln“ ist eine der ersten Gruppennormen in Schwimmgruppen. Sie werden im Laufe der Entwicklung ergänzt durch Organisationsformen wie Antreten, Schwimmleinen befestigen, Abgangsformen usw., Umgangsformen (Grüßen, Entschuldigen bei Fernbleiben vom Training), Übernahme von…

Gruppenstruktur

Gruppenstruktur (group structure), „Gefüge gegenseitiger sozialer Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern“ (Müller in Schnabel & Thieß 1993, S.362). Ablehnungen und Zuneigungen bestimmen maßgeblich die soziale Rangordnung in der Gruppe. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge hilft dem Trainer, die Gruppe geschickt psychologisch zu führen. Dabei kann er durch soziometrische Verfahren (→Partnerwahlversuch) die aktuelle Gruppenstruktur objektivieren. →Gruppenklima, →Gruppengröße,…

Gruppentraining

Gruppentraining (group training), Training in der Gruppe (Trainingsgruppe) als typische Organisationsform im Schwimmtraining, die sowohl ökonomisch (ein Trainer für mehrere Sportler, Auslastung der Wasserfläche) als auch vor allem pädagogisch-psychologisch begründet ist (Kraft der Gemeinschaft). Mit zunehmender Spezialisierung muss der Trainer lernen, differenzierte Trainingsaufgaben zu stellen (Kurz-, Mittel-, Langstreckler) ohne den Zusammenhalt der Gruppe (→Gruppenkohäsion) zu…

Gruppentrainingsplan

Gruppentrainingsplan (GTP) (group-training program), Konzeption zur Trainings- und Wettkampfgestaltung einer Trainingsgruppe im Grundlagen- und Aufbautraining. Der GTP fußt auf dem Rahmentrainingsplan des Dachverbandes und wird vom Trainer der Gruppe erarbeitet. Im Gruppentrainingsplan werden die Leistungsziele der Sportler, die Teilnahme an Wettkämpfen, die Periodisierung und wesentliche Belastungskennziffern festgelegt. Im Gegensatz zum individuellen Trainingsplan erfolgt noch keine…

Guidance

Guidance (engl.), „Anleitung, Führung, Beratung“, in der Sozialpsychologie Oberbegriff für vielseitige, differenzierte Fürsorge- und Sozialarbeit, die vor allem als  Beratung und Therapie speziell institutionalisiert sind (Roche Lexikon,2004, S- 384). Es handelt sich um Verfahren bei der Vermittlung von Handlungen, wonach durch mechanische, visuelle oder akustische Hilfsmittel die Bewegungsausführung so gelenkt wird, dass sie nicht vom…

Gültigkeit

Gültigkeit (Test) →Validität

Gurtretter

Gurtretter (rescue tube), Rettungsgerät für den Wasserrettungsdienst, für nationale und internationale Rettungswettkämpfe genormt, bestehend aus einem 87,5 – 100 cm langem, 15 cm breiten und 10 cm tiefen elastischen Auftriebskörper und einem damit verbundenen 130 – 160 cm langem Nylongurt, der elastische Auftriebskörper wird bei dem zu Rettenden unter den Armen mittels Karabinerhaken und Öse…

Gurtretterstaffel

Gurtretterstaffel (relay rescue tube, medley relay), Rettungssportliche Wettkampfdisziplin mit einem genormten Rettungsgerät, die auch als Staffelwettbewerb mit 4 Sportlern im Schwimmbecken ausgetragen wird, bei der ein Gurtretter für alle Staffelschwimmer (vglb. eines Staffelstabes in der Leichtathletik) genutzt wird (Kraul- Beine, Freistil mit Flossen, Kraul Beine mit Gurtretter, Freistil mit Flossen+Gurt+Opfer). (Text von Harald Rehn)

Güte der Bewegungsausführung

Güte der Bewegungsausführung (Quality of movement execution), Qualität der Ausführung einer Bewegung (→Technik), die in kompositorischen Sportarten zugleich Gegenstand der subjektiven Bewertung ist (z.B. Wasserspringen). Die Güte der Bewegungsausführung wirkt sich deutlich auf die Trainingsbelastung aus. Deshalb wurde ehemals „Bewegungsgüte“ als fünfte Belastungskomponente mit aufgenommen, bringt aber das eigentliche Anliegen nicht so zum Ausdruck wie…

Gütekriterien

Gütekriterien (qualitative criteria), Merkmale, die die Sicherheit (Wissenschaftlichkeit) eines Tests (→Testauthentizität) beschreiben und die zumeist mit statistischen Verfahren bestimmt werden. Man unterscheidet Haupt - Gütekriterien (→Objektivität, →Reliabilität und →Validität) und Neben - Gütekriterien (Wirtschaftlichkeit, Nützlichkeit, Normierung und Vergleichbarkeit). Durch die enge Bindung zur Sportpraxis dominieren in der Trainingswissenschaft empirische Methoden. Besonders Erkenntnisse aus dem Hochleistungssport…

Gymnastik

Gymnastik (gymnastics), Körperübungen vorwiegend ohne Gerät, aber auch mit Kleingeräten (Ball, Seil, Band usw.) oder an Großgeräten (Bank, Sprossenwand usw.). Ziel ist die optimale gestaltende und funktionelle Entwicklung des Organismus. So ist die Gymnastik auch im Sinne der allgemeinen Konditionierung elementarer Bestandteil der vielseitigen Ausbildung des Schwimmers (→Vielseitigkeit), wobei er sich vorwiegend der funktionellen Gymnastik…

Gymnastik, funktionelle

Gymnastik, funktionelle (functional gymnastics), funktionsgerechte, d.h. der Anatomie (→Funktionskreise) und der Bewegungslehre angepasste Gymnastik mit verschiedenartiger Zielstellung: harmonische Ausbildung aller Organsysteme, Kompensation von Schwächen des Stütz- und Bewegungsapparates (→muskuläre Dysbalancen), Vor- oder Nachbereitung von Trainingseinheiten oder Wettkämpfen. bis zum allgemeinen Wohlbefinden (→Fitness) und geistiger Beweglichkeit. →Haltungsgymnastik, →Rückenschule Mehr zum Thema: Beiträge zur funktionellen Gymnastik in…