Gütekriterien

21. Mai 2017 G 0

Gütekriterien (qualitative criteria), Merkmale, die die Sicherheit (Wissenschaftlichkeit) eines Tests (→Testauthentizität) beschreiben und die zumeist mit statistischen Verfahren bestimmt werden. Man unterscheidet Haupt – Gütekriterien (→Objektivität, →Reliabilität und →Validität) und Neben – Gütekriterien (Wirtschaftlichkeit, Nützlichkeit, Normierung und Vergleichbarkeit).

  • Durch die enge Bindung zur Sportpraxis dominieren in der Trainingswissenschaft empirische Methoden. Besonders Erkenntnisse aus dem Hochleistungssport (z.B. Training von Spitzenathleten) können oft nur mittels evaluativen (empirisch-analytischen) Methoden (Feldforschung) und nicht mit dem klassischen Forschungsdesign (z.B. Gütekriterien) erschlossen werden. Das entbindet aber die Trainingswissenschaft nicht, sich auch mit experimentellen Methoden an Standards hypothesengeleiteter Forschung zu orientieren. Bei den Feldexperimenten können die Probanden nicht per Zufallsauswahl (→Randomisierung) bestimmt werden („Quasi-Experiment“). Gegenüber der Laborstudie besitzt die Feldstudie ein hohes Maß an externer Validität, die sich ergibt aus der Auswahl repräsentativer Probanden (Kadersportler), realitätsnahen Studienbedingungen (Training oder Wettkampf direkt) und professionelles Umfeld (OSP, Leistungszentrum).
  • Studien unter anderen Bedingungen (z.B. Hochschulsport, Breitensport) können von den im leistungssportlichen Umfeld gewonnenen Ergebnissen abweichen, was bei der Interpretation zu berücksichtigen ist.

Beispiel: Um die Zuverlässigkeit eines Laktat-Minimal-Tests zu prüfen, wurde dieser bei 13 Schwimmern zweimal durchgeführt und zudem mit Schwellenwerten unter gleichen Bedingungen („tethered swimming„) im Rahmen eines Stufentests verglichen. Die Ergebnisse wurden mit den Leistungen über 200m und 30 min Schwimmen korreliert. Die hohe Zuverlässigkeit spricht dafür, dass der „gebundene“ Schwimmlaktat-Mindesttest für Trainingsempfehlungen und zur Überwachung aerober Anpassungen bei jungen Schwimmern verwendet werden kann (Kalva Filho et al. 2018).

Mehr zum Thema: Jansen, Ch. T. (2012). Wissenschaftliche Gütekriterien bei sportmotorischen Tests: Reliabilität, Validität und Zusammenhangsmerkmale ausgewählter leistungsdiagnostischer Verfahren. Diplomica-Verlag


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