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Begriff

Knochen

Knochen (bone, bones), stabiler, passiver Teil des Bewegungsapparates aus Bindegewebe in seiner härtesten Form. Die über 200 Einzelknochen des menschlichen Skeletts sind kurz, lang, flach oder unregelmäßig geformt. Etwa 180 davon dienen in der Bewegung als Hebel und Ansatzpunkte für die Muskulatur (→aktiver Bewegungsapparat), andere stützen oder schützen Weichteile (z.B. im Becken, Brustkorb). Mit ihrer Stütz- und Bewegungsfunktion spielen die Knochen in der Biomechanik der Körperübungen die größte Rolle. Der Knochen passt sich als lebendes Material durch Hypertrophie und veränderter Struktur den Belastungen an. Die große Plastizität und hohe Reaktionsfähigkeit von dichter Knochensubstanz (Kompakta) und Schwammsubstanz (Spongiosa) gewähren im Verlaufe eines Menschenlebens einen 4- bis 5maligen Ab-, Um- und Wiederaufbau des gesamten Skeletts (Tittel, 2003). Bei Kindern und Jugendlichen sind die Endteile der langen Röhrenknochen (→Epiphysen) „indirekte Wachstumszentren“ (Tittel, 2003) für das Längenwachstum und können deshalb zur Beurteilung des biologischen Alters herangezogen werden. Der reifende Knochen ist Belastungen gegenüber störanfälliger, weshalb in dieser Zeit besonders auf maßvolle Zug- und Druckbelastungen geachtet werden muss. Bereits ab 50. Lebensjahr werden die Knochen instabiler und durch Mineralverlust poröser, wodurch sich die Frakturgefahr erhöht. , →Knochenbruch

Knochen
Gefährdungszeiten für den reifenden Knochen (Fröhner, 1993, S.61, genehmigt vom Philippka-Verlag am 5.04.2007)

 

Untersuchung der Auswirkungen von Langzeitschwimmen auf die lokale und Gesamt-Knochenmineraldichte (BMD) bei Männern zeigte keine signifikanten Unterschiede zu Nichtsportlern. Dies unterstützt frühere Erkenntnisse über Schwimmerinnen, bei denen keine Knochenmassedefizite trotz jahrelangen Schwimmtrainings gefunden wurden (Taaffe & Marcus, 1999). Allerdings war der Knochenmineralgehalt (BMC) von Springern um 39% höher als bei Schwimmern und Wasserballern (Taaffe et al. 2001). Eine Überlastungs-(Ermüdungs-)fraktur wird im Schwimmen auf ein intensives Trainingsprogramms mit extra großen Flossen zurückgeführt (Van Caspel & Heere, 1983).

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Quellen

  • Taaffe & Marcus (1999). Regional and total bone mineral density in elite collegiate male swimmers. The J. of Sports Medicine and Physical Fitness. Torino (39)2, 154-159 Zur Quelle
  • Taaffe, Suominen, Ollikainen & Cheng (2001). Calcaneal bone mineral and ultrasound attenuation in male athletes exposed to weight-bearing and nonweight-bearing activity. The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness. Torino (41)2, 243-249 Zur Quelle
  • Tittel, K. (2003). Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen. München/Jena: Urban & Fischer Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • Bewegungsapparat, passiverPassiver Teil des B. in Form von Knochen.
  • BindegewebeGrundgewebe des Körpers in verschiedenster Ausprägung und Funktion …
  • BewegungAls Daseinsweise der Materie in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen im allgemeinen …
  • HebelStabförmiger Körper, der um eine Achse drehbar ist und dem Hebelgesetz unterliegt.
  • SkelettmuskulaturQuergestreifte, vom Willen gesteuerte Muskulatur …
  • Bewegungsapparat, aktiverAktiver Teil des Bewegungsapparates in Form von Muskeln …
  • Becken (Anatomie)Körperteil zwischen Bauch und unteren Extremitäten …
  • BrustkorbThorax
  • ApophyseSeitlicher Knochenauswuchs, der als Sehnenansatz dient …
  • BandVielseitig gebraucht von Textilie, Schnur, Beschlag (das Band) …
  • BewegungsapparatGesamtheit der an der Körperbewegung beteiligten Knochen und Muskeln …
  • BreitenwachstumAuch appositionelles (über Anlagerung, Schichtung) Wachstum …
Überarbeitet am 7. Juni 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Knochen. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/knochen/ (abgerufen am 16. Oktober 2026).