Körperbau

02. Januar 2020 K 0

Körperbau (body build, somatotype), äußeres Erscheinungsbild des Menschen (→Phänotyp), der wissenschaftlicher Gegenstand von Morphologie und Anatomie ist.

In der Talentauswahl sind Körperbaumerkmale bedeutsam „wegen der eng miteinander verflochtenen Korrelation zwischen Körperbau und Leistungsvermögen(Titel & Wutscherk, 1972, S.10). Das konnte auch bei Topschwimmern differenziert nach bestimmten Disziplinen nachgewiesen werden (Rudolph, 2004).  Unabhängig von der Körperhöhe wurde der Körperbau dem System der CONRADschen Wuchstendenzen zugeordnet. (Somatotypisierung, →Konstitutionstyp) zugeordnet. Eine umfassende Leistungsdiagnostik setzt gesicherte Erkenntnisse und tiefere Einsichten in die körperbaulichen Besonderheiten und deren Beziehung zu den konditionellen Fähigkeiten voraus. Dazu wurde auf den Grundlagen der Arbeiten von Wutscherk (1983) das Programm „Anthro“ (Rudolph, OSP Hamburg) erarbeitet. →Körperbauentwicklungsalter

Ein Vergleich mit gleichaltrigen Schülern/innen ergab, dass sich die Schwimmer/innen durch günstigere Körperhöhen- zu Massen – Verhältnissen (→Körperfüllenindex), einer insgesamt mehr leptomorph hyperplastischen Wuchstendenz (nach CONRAD) und damit letztlich auch einer höheren Zahl an „körperbaulichen Eignungspunkten“ von der Normalpopulation unterscheiden. Sie sind aber zugleich in ihrer körperbaulichen Entwicklung weiter fortgeschritten, hier besonders die Jungen (112 %) (Rudolph, 2004). Studien deuten darauf hin, dass die Merkmale des anthropometrischen Profils als prognostischer Indikator für die Leistungsfähigkeit im Schwimmen für Jungen signifikanter waren als für Mädchen (Zuoziene & Drevinskaite, 2019;.Rudolph, 2011). Ein gewisser Körperfettanteil scheint für Schwimmer nützlich zu sein, indem er den Auftrieb und die Körperlage im Wasser verbessert oder durch abgerundete Körperoberflächen günstigere Strömungsverhältnisse und weniger Widerstand aufweist (Stager et al. 1984; Bixler 2005).

Exkurs: Nevill et al. (2017) untersuchten die optimalen Verhältnisse zwischen Körpergröße und Länge der Gliedmaßensegmente in ihrer Beziehung zur 100m Bestleistung im Kraulschwimmen von Kindern und Jugendlichen. Danach war die fettfreie Körpermasse das wichtigste Ganzkörpermerkmal. Statur und Körpermasse zeigten keine signifikante Beziehung, was darauf hindeutet, dass der Vorteil längerer Hebel eher gliedmaßspezifisch als ein allgemeiner Ganzkörpervorteil war. Das allometrische Modell (Beziehung einzelner biologischer Größen zur Körperhöhe) identifizierte auch, dass ein größeres Verhältnis der Gliedmaßen-Segmentlänge [d.h. Armverhältnis = (Unterarm)/(Oberarm); Fuß-zu-Bein-Verhältnis = (Fuß)/(Unterschenkel)] der Schlüssel zu den PB-Schwimmgeschwindigkeiten war.

 

 


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