Potenzierung

28. Juni 2017 P 0

Potenzierung (potentiation), lat. potentia ‚Macht, Kraft, Vermögen, Fähigkeit‘, übertragen „erhöhen, vergrößern“; in der Physiologie eine verstärkte Funktion, so können im Krafttraining tetanische (krampfartige) Reize den synaptischen Übertragungsprozess stärken („posttetanische Potenzierung“). Auf das Training übertragen würde die beanspruchte Muskulatur durch maximale Bewegungswiderstände, isometrischer Kontraktion oder durch Elektromyostimulation „vorgereizt“, z.B. wenn vor Hockstrecksprüngen 3-4 maximale Kniebeugen durchgeführt werden oder Zugarbeit an der Schwimmbank mit hohen Widerständen dem Sprinttraining im Wasser vorgelagert wird (Witt 2005). Der Effekt, dass im Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus während der exzentrischen Phase elastische Energie gespeichert wird, um dann in der konzentrischen Phase eine stärkere Leistung zu bringen, wird als elastische Potenzierung bezeichnet. Allerdings soll es sich hierbei um einen sehr kurzzeitigen Speichereffekt handeln (Güllich & Krüger, 2013, S.169).

Exkurs: Wir hatten unmittelbar vor Wettkämpfen im Sprintbereich (50m) noch 10 intensive Züge an der Schwimmbank absolviert und den Eindruck, dass dadurch der Schwimmer schneller seine Sprintfähigkeit entfalten konnte („in Gang kam“). Unbewusst folgten wir wohl dem Prinzip der posttetanischen Potenzierung, indem gleiche Innervation wie im Wettkampf zu einer höheren Kraftentwicklung führte und damit den Impuls zur Fortbewegung erhöhte (Becker & Dölken, 2005, S. 175).


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.