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Begriff

Homöostase

Homöostase (homoeostasis), (griech. homoiostásis „Gleichstand“), Zustand des Gleichgewichts offener dynamischer Systeme, aus der linearen Kybernetik von anderen Wissenschaftsdisziplinen übernommen. In der Biologie ist die Anpassung an die Lebensbedingungen einschließlich von Bewegungshandlungen immer auf Erhalten oder Wiederherstellung eines konstanten inneren Milieus gerichtet, die als homöostatische Regulation bezeichnet wird, wie z.B. die Regelung der Körpertemperatur, der Herzfrequenz, des osmotischen Drucks (der Bewegung von Flüssigkeiten durch eine Membran entgegenwirkend) usw. Diese durch die Übernahme aus der Kybernetik recht mechanistische Betrachtungsweise wird allerdings der beachtlichen biologischen Variabilität physiologischer Prozesse nicht mehr gerecht. „Wenn ein biologisches System homöostatisch im Sinn von konstant oder gar ultrastabil ist, dann ist es tot. Streuung, Variabilität und Dynamik sind nämlich Kennzeichen lebender Systeme.“ (Ulmer, 1999). Deshalb sollte unter physiologischen Belastungsbedingungen der messbare Begriff Steady-State bevorzugt werden (Hottenrott & Neumann, 2010, S.31). →Heterostase (Ungleichgewicht), →Superkompensation

Beispiele:

Die individuelle physiologische Reaktion des kardiorespiratorischen Systems auf Veränderungen der respiratorischen Homöostase in homogenen Gruppen von Hochleistungssportlern wird als Voraussetzung für die hohe spezifische Arbeitsfähigkeit der Sportler erklärt (Mishchenko et al. 2010).

„Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.“ Schiller (1759-1805) dt. Dichter

Video zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=0ZTgG1rWEFA – Zugriff 24.07.2019

Quellen

  • Matsakas & Diel (2005). The growth factor Myostatin, a key regulator in skeltal muscle growth and homeostasis. International Journal of Sports Medicine (26)2, 83-89 Zur Quelle
  • Mishchenko, Shynkaruk, Suchanowski, Lysenko, Tomiak, Diachenko & Korol (2010). Individualities of cardiorespiratory responsiveness to shifts in respiratory homeostasis and physical exercise in homogeneous groups of high performance athletes. Baltic Journal of Health and Physical Activity (2)1, 13-29 Zur Quelle
  • Peronnet, F. (2010). Lactate as an end-product and fuel. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (61)5, 112-116 Zur Quelle
  • Ulmer, H.V. (1999). Überlegungen zu physiologischen Normalwerten auf dem Hintergrund von Homöostase und Teleologie. Vortrag auf dem wissenschaftlichen Symposium aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Sportmedizin an der FreienUniversität und des 60. Geburtstags von Prof. Dr. D. Böning, Berlin, 25. – 26. Juni 1999 (http://www.uni-mainz.de/FB/Sport/physio/pdffiles/304manus.pdf) Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • KybernetikGriech. kybernetes „Steuermann“; interdisziplinäre Wissenschaft …
  • AnpassungAdaptation
  • BewegungshandlungZiel- und zweckgerichtete Handlung (Bewegungsregulation) als Grundlage …
  • KörpertemperaturTemperatur des Körperinneren (Körperkerntemperatur) …
  • HerzfrequenzHerz(schlag)frequenz (heart rate), Anzahl der Herzschläge pro Minute …
  • VariabilitätLat. variabilis = veränderlich; allgemein Veränderlichsein …
  • DynamikBewegung, Fortentwicklung; hier beschränkt auf ein Teilgebiet der Mechanik (Physik) …
  • Steady-stateIns Deutsche übernommen: zeitlich begrenzter …
  • Adaptation, biologischeLat. ‚adaptare‘, anpassen, verändern; Anpassung …
  • Beanspruchung„subjektive Auswirkung einer von außen einwirkenden Belastung“ …
  • ErholungWiederherstellung (Regeneration) der körperlichen und geistigen …
  • FließgleichgewichtOffenes System, in dem die Konzentration der einzelnen Stoffe im …
Überarbeitet am 27. Mai 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Homöostase. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/homoeostase/ (abgerufen am 31. Oktober 2026).