Autorität

17. März 2017 A 0

Autorität (authority), auf Kompetenz beruhender Führungsanspruch (→Führungskompetenz) gegenüber Personen bzw. einer Gruppe (funktionale Autorität) oder auch nur Anerkennung durch andere (persönliche Autorität).

Die Autorität des Trainers beruht zunächst auf seinem sozialen Status als Leiter einer Gruppe (Trainingsgruppe, Schwimmabteilung, Förderkader, Nationalmannschaft). In dem Sinne kann er Weisungen erteilen, letztlich  „Macht“ ausüben. Pädagogisch wirksamer ist aber, Autorität nicht „verliehen“ zu bekommen, sondern zu erwerben, indem man von den Sportlern geachtet und anerkannt wird. Das erreicht man besonders durch fachliche Qualifikation und Ausstrahlungskraft (Charisma) sowie Akzeptanz der Persönlichkeit der Sportler. Bei vielen Eltern ist als Folge der seit den 60er Jahren propagierten antiautoritären Erziehung der Begriff Autorität eher negativ belegt. Sie sind „hilflos, haben nicht den Mut zur Autorität., sie sind immer im Zweifel, ob sie dem Kind nicht mit Forderungen und Grenzen Gewalt antun, deshalb sind sie undeutlich, weich, inkonsequent und für ihr Kind nicht verlässlich einschätzbar oder schlichtweg in den Augen des Kindes willkürlich in ihren Entscheidungen“ (Struck, 1995). Der Trainer hat Autorität nicht von vornherein. Selbst seine Stellung als Cheftrainer oder Bundestrainer vermag nicht seine Autorität zu stützen, wenn er nicht durch seine Kompetenz (→Professionalität) von den Sportlern als Autorität akzeptiert wird. In dem Maße wie Eltern, Verein, Kommune, Land und Medien diese Kompetenz anerkennen, gewinnt der Trainer auch an „öffentlicher Autorität.“

 Der springende Punkt ist, ob man Autorität hat oder eine Autorität ist“. Erich Fromm (1900-1980) Psychoanalytiker und Philosoph


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