Misserfolgserlebnis

02. August 2020 M 0

Misserfolgserlebnis (failure, experience of), Erfahrung, ein selbst gestecktes Ziel (eigenes Anspruchsniveau) nicht erreicht zu haben, was je nach Gefühlslage zu Enttäuschung, Verzweiflung, Verärgerung, Wut oder Resignation führen kann. Der Misserfolg kann im positiven Fall aktivieren („Nun erst recht“) im negativen antriebshemmend wirken (lustlos bis zur Aufgabe).

Besonders im Leistungssport kann sich das Misserfolgserlebnis durch Zuschauer- und Medienresonanz potenzieren (Angst sich zu blamieren, Verlust Kaderstatus und Fördermittel). Der Sportler muss lernen, sich in solchen Fällen abzuschirmen und die tatsächlichen Ursachen des Misserfolges zu ergründen. Dazu gehört auch, aus Niederlagen zu lernen. Für den Umgang mit Misserfolgsmotivierten wird dem Trainer eine individuelle Bezugsnormorientierung angeraten. So sollen persönliche Verbesserungen gelobt werden, auch wenn sie hinter den Leistungen der Gruppe zurückbleiben (Beckmann & Elbe,2008, S.71). Dazu zählt auch das Prinzip der optimalen Passung, indem die Aufgabenschwierigkeit dem Können angepasst wird. →Erfolgserlebnis, →Frustration, →Resilienz, →Stressbewältigung, →mental, →Minderwertigkeitskomplex

Im Internet gibt es zahlreiche Hinweise, wie mit Misserfolg umzugehen ist. Für den Sportler auf den Punkt gebracht hat es „generationathletic.com“ in vier Schritten: Lass es raus → analysiere deinen Misserfolg →ziehe die richtigen Schlüsse →nicht quatschen, machen! (https://generationathletic.com/2017/12/11/misserfolg-im-sport/ – Zugriff 2.08.20)

Exkurs: Oft wird nach dem Psychologen gerufen, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Wettkampfvorbereitung schließt aber die psychische Vorbereitung ein. Sportler und Trainer sollten gewappnet sein, wenn ein erwarteter Erfolg nicht eintrifft („B-Plan“). Dabei sind die Diskrepanzen zwischen Trainings- und Wettkampfleistungen zunehmend psychologisch begründet (Kratzer 2013). Die Weltmeisterin im Speerwurf 2009 Steffi Nerius war nicht auf Medaille fokussiert, sondern auf eine ihrem aktuellen Leistungsniveau entsprechenden Wurfweite. Zudem rät sie, nicht zwingend davon auszugehen, dass man erfolgreich sein wird, sondern mit einem Plan B vorbereitet zu sein, anderen zum Sieg gratulieren, seinen Misserfolg erklären und annehmen zu können (Nerius & Himmelrath, 2011).

„Wer alles leichtnimmt, kann keinen Erfolg haben. Aber wer keinen Erfolg hat, soll es leichtnehmen.“ Tang Hsiän Dsu (1550 – 1617)

„Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren.“ Winston Churchill (1874-1965) britischer Staatsmann

Mehr zum Thema: 7 Tipps für den Umgang mit Niederlagen: https://studieren.de/umgang-mit-niederlagen.0.html – Zugriff 2.08.20


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.