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Begriff

Azidose

Azidose (acidosis), lat. acidum „Säure“; extreme Übersäuerung des Blutes/Gewebes.

Die Azidose ist im Sport in der Regel stoffwechselbedingt (metabolische Azidose), vereinzelt auch atmungsbedingt (respiratorische Azidose/ Hypoventilation). Azidose tritt zumeist nach intensivem Training unter anaeroben Bedingungen (GAII, SA, WA) auf, indem der pH-Wert unter 7,3 sinkt. Bei pH-Werten gegen 6,4 wird die Glykolyse durch Enzymhemmung abgebrochen, womit sich der Organismus gegen eine Zerstörung der intrazellulären Eiweißstrukturen durch die starke Übersäuerung schützt. Hier besteht auch die Gefahr des Azidose-Toleranztrainings (→ „Stehvermögen“). Die Azidose normalisiert sich in 30-60 min, wobei dieser Prozess durch lockeres Schwimmen unterstützt werden kann (→Kompensation). Das ist besonders wichtig in Wettkämpfen bei kurzzeitig folgenden Starts. Andauernde Azidose führt zu Leistungsabfall, erhöht Stressanfälligkeit und Nervosität. Der Sportler fühlt sich müde, zeigt Konzentrationsschwächen und fehlende Motivation. Die oft vertretene Auffassung, die zunehmende Laktatproduktion bedinge die Azidose, ist nicht haltbar, im Gegenteil sie ist eine Folge und nicht die Ursache der Azidose. Laktat bleibt aber ein brauchbarer indirekter Marker für den zur Azidose führenden anaeroben Stoffwechsel. „Der beste Ansatz zur Vorbeugung oder zur Verzögerung einer Azidose ist, die Abhängigkeit von der Glykolyse zu verringern, den Anteil des ATP Umsatzes aus der mitochondrialen Respiration zu erhöhen und die Kapazitäten der Protonenpufferung und des Laktat-Protonen Transports aus der Zelle zu erhöhen. Die ersteren Strategien sind typisch für Ausdauertraining, letztere Strategie steht für Krafttraining.“ (Robergs & Amann, 2003).  Gegensatz: →Alkalose

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Verwandte Begriffe

  • BlutFlüssigkeit, die aus Plasma (54%) und Blutkörperchen …
  • MetabolismusGriech. metabolismós „Stoffwechsel“; Stoffwechsel
  • RespirationLat. Respiration “Atmung“; Atmung
  • HypoventilationAuch Atemdepression, verringerte Atmung durch Abfall der Atemfrequenz …
  • Training„systematische und zielgerichtete Herausbildung und Verbesserung von Handlungskompetenz …
  • anaerobGriech. aer „Luft“, hier „ohne Luft“; Energiestoffwechsel ohne Sauerstoffbeteiligung.
  • pH-WertSäure-Basen-Gleichgewicht und wichtiges Regulationsziel des Organismus.
  • GlykolyseSpaltung von Glukose oder Glykogen unter anaeroben Bedingungen zu Pyruvat und weiter …
  • AlkalireserveSyn.
  • AlkaloseDurch Alkalivermehrung hervorgerufene Gleichgewichtsstörung im Säure-Basen-Haushalt …
  • AtemfrequenzZahl der Atemzüge pro Minute …
  • Ausdauer, anaerobeAusdauer auf anaerober Stoffwechselbasis …

Schlagwörter

Überarbeitet am 17. März 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Azidose. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/azidose/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).