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Begriff

Atemtraining

Atemtraining (breathing training) oder Inspiratorisches Muskeltraining (Inspiratory muscle strength training-IMST), wiederholtes Einatmen gegen Widerstand mit einem Atemwiderstandsgerät (POWERBreathe, Spiro-Tiger) zur Stärkung der Atemmuskulatur, insbesondere des Zwerchfells, und damit zu verbesserter Ausdauerleistung (Romer et al. 2002).

Die Atemmuskulatur arbeitet rund um die Uhr zumeist im Schongang, wird aber auch bei Ausdauerbelastungen selten maximal gefordert. Sie kann aber ermüden und damit die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass im Schwimmen permanent gegen Widerstand geatmet wird. Deshalb bedarf es auch einer gezielten Kräftigung der Atemmuskulatur. →Totalkapazität

Studien: Im Training hochqualifizierter Schwimmer verwendeten russische Wissenschaftler das Gerät „Novoje dychanije“ (Neues Atmen). Durch die Verknüpfung verschiedener physischer und physiologischer Faktoren verbesserten sich die Atmungsmerkmale deutlich wie die beschleunigte Wiederherstellung der Lungenventilation und des Gasaustauschs bei Ausdauerbelastungen wie auch eine Zunahme der aeroben und anaeroben Leistungsfähigkeit (Volkov et al. 2013). Nach einem achtwöchiges Atemtraining mit einem POWERbreathe-Gerät verbesserten sich Kraftfähigkeit und Ökonomie der Atemmuskulatur, was sich bei isolierter Belastung in Form einer Vergrößerung des maximalen Minutenvolumens zeigte und beim Schwimmen zu verringerten Laktatwerten und niedrigerer Zyklusfrequenz bei gleichbleibender Belastung führte (Matthaei, 2018). Eine inspiratorischer Druckwellenbelastung von 50% des maximalen inspiratorischen Luftdrucks reichte aus, um die Schwimmleistung unter frequenzkontrollierter Atmung bei hochtrainierten Leistungsschwimmern zu verbessern (Ohya et al. 2022). Eine Meta-Analyse (Carvajal-Tello et al. 2024) ergab bei Schwimmern verbesserte Muskelkraft, insbesondere beim maximalen inspiratorische Druck (MIP), ohne Veränderungen beim maximalen exspiratorischen Druck (MEP). Im Gegensatz dazu konnten Gómez-Albareda et al. (2023) bei Eliteschwimmern keinen Zusammenhang zwischen Zunahme der inspiratorischen Muskelkraft und der Schwimmleistung feststellen. Die Differrenzen sind meistens der geringen Probandenzahl und unterschiedlichen Methoden geschuldet. Nach einem sechswöchigen kombinierten Training der Rumpf- und Atemmuskulatur konnte die Schwimmleistung signifikant verbessert werden, was mit verbesserter Sauerstoff-Ausnutzung der Bewegungsmuskulatur begründet wird (Pratama et al. 2026). Nach einer umfassenden Literaturrecherche folgern Liu et al. (2025), dass das Training der Atemmuskulatur eine wirksame Ergänzung zum Schwimmtraining ist und zu einer Leistungssteigerung beiträgt. Zukünftige Studien sollten sich auf die Standardisierung der Protokolle konzentrieren, die Dosis-Wirkungs-Beziehung aufklären und moderierende Faktoren wie Geschlecht, Schwimmstil und Trainingsstatus untersuchen.

Exkurs: Lörinczi et al. (2025) untersuchten bei Fußballern die Auswirkungen eines Trainings mit wiederholten Sprints und freiwilliger Hypoventilation bei niedrigem Lungenvolumen, einschließlich längerem Atemanhalten am Ende der Ausatmung. Sie sahen darin einen zusätzlichen Nutzen für die Verbesserung der Sprintleistung und führten das auf den starken hypoxischen Effekt zurück, der durch das Atemanhalten hervorgerufen wird.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=lkmGHMRZpKM – Zugriff 30.03.22

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Spiro Trigger Training

Mehr zum Thema

  • LiteraturWitt, Götz & Kurth-Rosenkranz (2014). Einfluss der Frequenzerhöhung auf die Muskelaktivität der oberen Extremitäten im semispezifischen Kraftausdauertraining von Schwimmern. DSTV-Reihe, Bd. 35, 71-76 Zur Quelle

Quellen

  • Carvajal-Tello, Ortega, Caballero-Lozada, Devia-Quiñonez, González-Calzada, Rojas-Hernández & Segura-Ordoñez (2024). Effects of inspiratory muscle training on lung function parameter in swimmers: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Sports and Active Living, 6, 1429902. Zugriff am 11.10.2024 unter https://doi.org/10.3389/fspor.2024.1429902%20 DOI Zur Quelle
  • Gómez-Albareda, Viscor & García (2023). Inspiratory muscle training improves maximal inspiratory pressure without increasing performance in elite swimmers. International Journal of Sports Physiology and Performance, 18 (3), 320-325. Zugriff am 21.04.2023 unter https://doi.org/10.1123/ijspp.2022-0238 DOI Zur Quelle
  • Liu, Gou & Lin (2025). The effect of respiratory muscle training on swimming performance: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Physiology, 16, 1638739. Zugriff am 07.09.2025 unter https://doi.org/10.3389/fphys.2025.1638739 DOI Zur Quelle
  • Matthaei, A. (2018). Einfluss von Atemverhalten und Training auf die Energiebereitstellung am Beispiel des Freistilschwimmens. Dissertation, Leipzig: Universität Leipzig, Sportwissenschaftlichen Fakultät. Zugriff am 19.02.2019 Zur Quelle
  • Ohya, Kusanagi, Koizumi, Ando, Katayama & Suzuki (2022). Effect of moderate- or high-intensity inspiratory muscle strength training on maximal inspiratory mouth pressure and swimming performance in highly trained competitive swimmers International Journal of Sports Physiology and Performance, 17 (3), 343-349. Zugriff am 25.03.2022 unter https://doi.org/10.1123/ijspp.2021-0119 DOI Zur Quelle
  • Romer, McConnell & Jones (2002). Inspiratory Muscle Fatigue in Trained Cyclist: Effects of Inspiration Muscle Training. Med. Sci. Sports Exerc. 34(5)2002, 785-792 Zur Quelle
  • Volkov, Boitenko & Tambovzeva (2013). Probleme der ergogenen Mittel und Methoden des Trainings in der Theorie und Praxis des Leistungssports, Teorija i praktika fiziceskoi kultury, 8 , 68-72 Zur Quelle
Überarbeitet am 2. September 2026Autor: Klaus Rudolph