Sprintschnelligkeit

21. Juli 2017 S 0

Sprintschnelligkeit (sprinting speed), im Schwimmen leistungsrelevante Erscheinungsform der komplexen Schnelligkeit, indem zyklische Bewegungen mit höchster Geschwindigkeit ausgeführt werden (Bewegungsschnelligkeit, zyklische). Das Training der Sprintschnelligkeit setzt eine höhere Schwimmgeschwindigkeit als maximales Renntempo voraus und ist deshalb von der Streckenlänge auf 15 – 25m begrenzt. Zugleich soll durch Pausen von drei Minuten die energetische und neuromuskuläre Regeneration gewährleistet sein. Lediglich bei einer Belastungsdauer bis 6 Sekunden (10-15m) kann von alaktazidem Training gesprochen werden. Beim „25iger“ (10-15 Sekunden) wird bereits laktazid gearbeitet (bis 8 mmol/l Laktat). Bezogen auf die 100m-Strecke sollten 105-110% der Wettkampfgeschwindigkeit erreicht werden (Rudolph, 2000).

Abweichend von diesen Erkenntnissen hat der amerikanische Schwimmer Michael Andrew mit dem USRP-Training (Rushall, 2005) hervorragende Leistungen über 50-100m erzielt.

 

Zeiten für 25m (Mit Kommando, von oben und Einstoppen Kopfdurchgang, nur für absolute Sprinter)

 

Schwimmgeschwindigkeiten für Schnelligkeitstraining im Kanal für Sprinter (m/sec)

 

Exkurs: In der Trainingspraxis der Sprinter ist augenfällig, dass vor wichtigen Wettkämpfen die Belastung stark reduziert wird, um „den Muskeln Ruhe zu geben“ und dadurch die Schnelligkeit zu erhöhen. Inzwischen scheinen schwedische Sportphysiologen eine Erklärung gefunden zu haben. Sie entnahmen eine Gewebeprobe aus dem äußeren Teil des Schenkelstreckers. Der Anteil an schnellem Myosin Ilx betrug bei der ersten Kontrolle durchschnittlich neun Prozent. Erwartungsgemäß reduzierte sich der Anteil der schnellen IIx-Isoform während des Krafttrainings von durchschnittlich neun auf etwa zwei Prozent. Zur Überraschung der Wissenschaftler stieg er aber nach dreimonatiger Inaktivität nicht nur wieder bis zum Ausgangswert, sondern weit darüber hinaus: auf durchschnittlich 18 Prozent. Davon leiten sie für das Training der Sprinter ab, den Anteil ihrer schnellsten Muskelfasern zunächst durch Training zu vermindern, um dann während einer Ausklingphase auf die Verdopplung zu warten. (Andersen et al. 2001).

 

 

 

 


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