Evaluationsforschung

15. April 2017 E 0

Evaluationsforschung (evaluation research), Methode der empirischen Forschung zur Bewertung einer Maßnahme oder eines Konzepts, deren Umsetzung und Effektivität, womit letztlich praktisches Wissen wissenschaftlich aufbereitet wird.

Evaluationsforschung ist eine komplementäre Forschungsstrategie zur Grundlagen- und Anwendungsforschung und hat in der Zusammenarbeit von Trainingswissenschaftler und Trainer ihren Platz in der Sportwissenschaft. In dem Sinne sind ideologische Barrieren abzubauen gegenüber der „angewandten Trainingslehre“ oder der Feldtforschung als „schmutziges Labor“ (Hohmann et al.2002, S.37).

Den Leistungssport zeichnet eine besondere Dynamik aus, die zugleich immer neue Ideen, Konzepte, →Projekte benötigt. Deren Wirksamkeit wird am sportlichen Erfolg gemessen (evaluiert). Die Evaluationsforschung ist dabei auf umfangreiche Daten (→Leistungsdiagnostik, →Wettkampfanalyse, →Trainingsdokumentation) angewiesen. Das setzt beim Trainer/Trainingswissenschaftler im Sinne einer Hypothesenbildung exakte Kenntnisse (Ursache-Wirkungs-Prinzip) des trainingsmethodischen Vorgehens voraus und zugleich Geduld, die Strategie, den Plan, das Projekt auch gegen „Widrigkeiten auf der Strecke“ durchzustehen. Ferner muss er vom Ziel der Anlage, z.B. ein neuer methodischer Weg im Ausdauertraining, überzeugt sein und förmlich nach dem Ergebnis fiebern. Zugleich muss er Geduld aufbringen, denn die Entwicklung konditioneller Fähigkeiten braucht „ihre Zeit“, bis eine neue Qualität erreicht wird. Hier wird deutlich, dass Evaluationsforschung langfristig und systematisch mit der Trainingsplanung abzustimmen ist. →Stichprobe

Mehr zum Thema: Woll, Mess & Haag  (2010). Handbuch Evaluation im Sport. Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, Hofmann-Verlag


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