Familie

18. April 2017 F 0

Familie (family), lat. famulus „Diener“, familia „Gesamtheit der Dienerschaft“;  soziale Gruppe miteinander verwandter Personen, heutzutage zumeist als Kleinfamilie Eltern und deren Kinder. Die Sozialisation der Kinder als die wichtigste Funktion der Familie ist geprägt durch den Erziehungsstil, die Zusammensetzung (Anzahl der Kinder, Elternteile) und die Atmosphäre, wobei die soziale Situation eine große Rolle spielt. Dazu gehören folgende Leistungen: Erwerb und Formung fundamentaler menschlicher Bewegungsfertigkeiten (Kriechen, Laufen usw.), eines elementaren Bewegungsrepertoires (z.B. Gebrauch Essbesteck) und sportbezogener Kompetenzen (z.B. Radfahren). Eine maßgebliche Rolle spielen hierbei die familiären Rahmenbedingungen und die Infrastruktur der Wohnumgebung sowie die soziale Lage der Familie (Balz & Kuhlmann, 2006). In den letzten Jahrzehnten haben sich Zusammensetzung und Verständnis von Familie stark verändert (Zunahme an kinderlosen Ehen und Scheidungen). Der Ehestatus ist nicht mehr Voraussetzung familiären Zusammenlebens. Geblieben sind aber zwei Merkmale der Familie, dass sie eine Haushalts- und Intimgemeinschaft sind, in der Menschen ihre Bedürfnisse nach Zuwendung, Geborgenheit, Sicherheit und Solidarität zu befriedigen versuchen (Gymnich, 2005). →Sorge, elterliche, →Mikrosystem

Die Familie beeinflusst das Sporttreiben der Kinder maßgeblich, von der Einstellung zum Sport bis zur notwendigen materiellen Unterstützung. In manchen Vereinen sind Familien über Generationen hinweg mit dem Sport verknüpft. In einer Studie war bei Leistungssportlern die elterliche Freizeit- und Leistungssportteilnahme überrepräsentiert. Das Qualifikationsniveau des Athleten hängt signifikant mit der sportlichen Beteiligung und dem Qualifikationsniveau der Väter zusammen, aber nicht mit den Müttern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Erfahrungen des Elternsports auf verschiedenen Wettkampfstufen die Entwicklung der Sportler beeinflussen, obwohl diese Beziehungen vielen Faktoren unterliegen (Wilson et al. 2018). Das von Eltern initiierten Motivationsklima kann aber auch Nachwuchssportler überfordern und als Risikofaktoren für das Übertraining angesehen werden (Frydrychová et al. 2017). Ferner ist zu beachten, dass sich die Mehrheit der Literatur auf den Einfluss der Eltern konzentriert hat und nicht auf den Einfluss von Geschwistern oder Großfamilien (Knight, 2017).

Mehr zum Thema: Auf der Informationsplattform https://familie.dosb.de/ kann man erfahren, was Familienfreundlichkeit im Verein bedeutet und findet hierzu gute Praxisbeispiele. Darüber hinaus gibt es konkrete Tipps für Bewegung mit der Familie sowie interessante Hintergrundinformationen und Ergebnisse von Projekten des DOSB und des Familienministeriums (DOSB-Info „Familie und Sport“).

„Die Familie ist ein steuerlich begünstigter Kleinbetrieb zur Fertigung von Steuerzahlern.“ Wolfram Weidner (*1925) dt. Journalist


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