Intelligenz

31. Mai 2017 I 0

Intelligenz (intelligence) , von lat. inter „zwischen“ und legere „lesen, wählen“; unterschiedliche Erklärungsversuche; einmal Bezeichnung für Gruppe von Intellektuellen, in der Psychologie übergeordnet für geistige Leistungsfähigkeit: die Fähigkeit, flexibel und schnell Situationen zu meistern, wobei das Denkvermögen (Intellekt) eine maßgebliche Rolle spielt. →Intelligenz, künstliche

Die Intelligenz wird mittels Intelligenztests gemessen, die auf Faktoren wie Sprachvermögen, logisches Denken, Raumsinn, Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Rechenfähigkeit und Gedächtnisleistung fußen. Ermittelt wird dabei der Intelligenzquotient (IQ) und das Intelligenzprofil. Da Intelligenztests Kreativität, soziale, künstlerische und sportliche Fähigkeiten nicht einbeziehen und stark von der jeweiligen Testsituation und Motivation abhängen, kann nicht generell auf Begabungen geschlossen werden. 1990 führten die amerikanischen Sozialpsychologen Mayer und Salovey den Terminus „emotionale Intelligenz“ ein, worunter die Fähigkeit verstanden wird, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Eine Megaanalyse ergab einen kleinen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen emotionaler Intelligenz und Sportleistung (Kopp & Jekauc (2018). In einer anderen Studie konnte ein signifikant positives Verhältnis von athletischer Expertise und emotionaler Intelligenz zur Qualität der Entscheidungsfindung sowie ein negatives Verhältnis zu Beratungszeit und Risikobereitschaft nachgewiesen werden (Vaughan et al. 2019)..

Denkvorgänge (→Denken) sind bei der Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung sportlicher Handlungen unerlässlich, z.B. beim Erlernen der Schwimmtechnik, dem Erfassen der Zusammenhänge im Training bis zur Taktik. Intelligenz umfasst „die Gesamtheit der Fähigkeiten, die den kognitiven Funktionen Wahrnehmung,  Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis, Vorstellungen und Antizipation entsprechen“. Dabei kann der erfahrene Sportler eine sportartspezifische Intelligenz entwickeln, die nicht mit der allgemeinen Intelligenz gleichgesetzt werden kann (Gabler, 2000). Immer mehr Studien verweisen auf die positive Auswirkung von Sport auf die Intelligenz:

  • Durch Sport wird die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gehirns intensiver, die Durchblutung verbessert und die Nervenzellenbildung verstärkt. Dies macht es Kindern leichter, sich gelernten Stoff zu merken. Außerdem wird die Fähigkeit, aufmerksam zu sein und sich zu konzentrieren, durch Bewegung gefördert.
  • Viele Sportarten fördern den Teamgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Dies hilft dem Kind im sozialen Verhalten zu Mitmenschen und stärkt das Urvertrauen des Kindes, da dieses merkt, dass es sich auf andere verlassen kann.
  • Turnen, Tanzen oder Inline-Skaten schulen den Gleichgewichtssinn und verbessert die Konzentration des Kindes.

Nach einer Langzeitstudie aus Schweden korreliert eine Fitnesszunahme im Alter zwischen 15 und 18 Jahren mit einer höheren Intelligenz im Erwachsenenalter. In den USA wurde nachgewiesen, dass neunjährige Kinder nach einer 20-minütigen mittleren Ausdauerbelastung bessere Aufmerksamkeitsleistungen zeigen und auch in Lernleistungstests direkt nach der körperlichen Aktivität besser abschneiden (http://derstandard.at/1350261629208/Man-kann-mit-Sport-die-Intelligenz-beeinflussen – Zugriff 12.09.2019). Sport fördert nicht nur unsere körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch unsere geistige. Lauf dich schlauer – es funktioniert (Spiegel-online, 3.9.2013).

„Nichts ist besser verteilt als die Intelligenz – wir alle sind mit der eigenen zufrieden“. Spanisches Sprichwort


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