Nachbrennwert

05. Dezember 2020 N 0

Nachbrennwert/-effekt (EPOC) (excess postexercise oxygen consumption), auch „Afterburn-Effekt“. Darunter wird die Sauerstoffmehraufnahme nach Arbeitsende verstanden, in der Sportphysiologie die Mehraufnahme an Sauerstoff über den Ruhebedarf hinaus nach einer körperlichen Belastung. Damit werden Sauerstoffverbrauch in Ruhe, Trainingsdauer und Sauerstoffanforderung der Trainingseinheit (VO2) in Zusammenhang gebracht. Die verschiedentliche Bezeichnung als Sauerstoffschuld ist inkorrekt, da die nachgeatmete Sauerstoffmenge meist größer ist als das Sauerstoffdefizit. Der EPOC wird spiroergometrisch in ml/kg bestimmt. Dank neuer Herzfrequenzmessgeräte  ist auch während der Belastung eine annähernde indirekte Berechnung möglich (EPOC predicted).

„Der Nachbrenneffekt steigt linear mit zunehmender Belastungsdauer, exponentiell aber mit zunehmender Belastungsintensität. Für die Praxis bedeutet dies, dass man für merkliche Effekte aus dem Nachbrenneffekt im Training ordentlich Gas geben muss! Eine genaue Aussage, wie viele zusätzliche verbrannte Kalorien man sich nun letztlich erhoffen darf, kann dank Uneinigkeit in Studien nicht getroffen werden. Sie liegt irgendwo in einem niedrigen Bereich von nur 50 bis mehreren Hundert. Da neben dem Nachbrenneffekt noch weitere Gründe für intensives Krafttraining und Cardiotraining in seiner Form als HIIT sprechen, sollte man den EPOC als zusätzliches Argument ansehen, beides regelmäßig zu betreiben.“ (https://www.sportnahrung-engel.de/ausdauertraining-tipps/nachbrenneffekt-beim-krafttraining-und-ausdauertraining – Zugriff 5.12.29). Dem Nachbrenneffekt wird besonders von diversen „Diät-Gurus“ ein bedeutender Kalorienverbrauch mit folgender Gewichtsreduktion  nachgesagt. Studien haben aber gezeigt, dass der aufgrund des Nachbrenneffektes errechnete jährliche Gewichtsverlust bei angenommenen drei Trainingseinheiten/Woche für moderates Ausdauertraining bzw. Krafttraining knapp 1 kg für intensives, länger dauerndes Ausdauertraining ca. 2 kg beträgt. Daher ist eine ernstzunehmende Gewichtsreduktion durch den Nachbrenneffekt nicht zu erwarten (Schmid et al. 2011).

Mehr zum Thema: Baum & Schuster (2008). Der Energieumsatz in der Nachbelastungsphase: ein wesentlicher Beitrag zur Gewichtsreduktion? Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (59)5, 110-114 (https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2008/heft05/Baum.pdf – Zugriff 5.12.20)


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