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Begriff

Koffein

Koffein (caffeine), Stickstoffverbindung auf Pflanzenbasis mit stimulierender (gegen Müdigkeit) und leicht diuretischer Wirkung; Hauptwirkstoff in Kaffee, Tee, Cola und Energy-Drinks (→“Sportgetränke„). Koffein (einschließlich der Methylxanthine, Theophyllin und Theobromin) blockiert die Adenosin-Rezeptoren (Adenosin = komplexe organische Moleküle im ATP), hemmt in hoher Konzentration den Abbau des für die Hormonwirkungen bedeutsamen cyclo-Adenosinmonophosphat (AMP) und setzt Kalzium-Ionen aus den intrazellulären Speichern frei, was zu unkontrollierten Muskelkontraktionen führen kann (www.dshs-koeln.de). Schmeckt Dir nach diesen Zeilen der Kaffee noch?  →Stimulans

In der Mehrheit der Studien wurde ein Einfluss von Koffein auf Ausdauerleistungen nachgewiesen (Higgins et al. 2016 bis Peng et al. 2026 s.u.). Mengen von 3 mg kg-1 Körpergewicht (entspricht etwa 2-3 Espressos) wirkten im Schwimmen deutlich leistungssteigernd (Burke, 2008), was auf die Erhöhung des Energieumsatzes und das Hinausschieben des Erschöpfungsgefühls zurückzuführen ist. Eine Doppelblindstudie mit 10 Schwimmern zeigte, Koffein verbessert die Schwimmgeschwindigkeit, senkt die empfundene Anstrengung und die Laktatkonzentration während eines hochintensiven intermittierenden aeroben Trainings  (Salgueiro et al. 2022). Die stimulierende Wirkung des Koffeins mit einer Verbesserung von Antrieb, Stimmung, Reaktions– und Konzentrationsfähigkeit macht sich vor allem im ermüdeten Zustand bemerkbar und dürfte hauptsächlich für die Leistungssteigerung bei Langzeitbelastungen verantwortlich sein. Daneben werden auch eine verminderte Kaliumausscheidung aus der Muskelzelle und eine Verbesserung der Fettverbrennung und dadurch bedingte Glykogeneinsparung (allerdings nur in den ersten 15 Minuten einer Belastung nachweisbar) als leistungssteigernde Wirkmechanismen unter Fachleuten diskutiert (Zapf: http://www.loges.de/service/magazin/legale-substanzen-zur-leistungssteigerung/, Zugriff am 27.07.2016).  Ungeachtet dessen hat die WADA Koffein von der Dopingliste genommen. Übersteigt allerdings die Koffeinkonzentration im Urin einen bestimmten Grenzwert (12 µg/ml), so gilt der Befund als Doping positiv. Deshalb empfiehlt die WADA am Wettkampftag nicht mehr als zwei Tassen (je ca.150ml) eines „normalen“ Kaffees zu trinken und während eines Wettkampfes bzw. unmittelbar nach dem Wettkampf vor einer Dopingkontrolle auf koffeinhaltige Getränke ganz zu verzichten. Espresso wird nicht als normaler Kaffee angesehen, da die Koffeinkonzentration deutlich höher ist. (http://www.dopinginfo.de/rubriken/00_home/00_cof.html, Zugriff am 27.07.2016).

Auf Grund der teils widersprüchlichen Datenlage und dem Einfluss individueller Faktoren sind exakte Empfehlungen zu Form, Dosis und Zeitpunkt der Aufnahme von Koffein schlecht möglich. Eine Meta-Analyse deutet darauf hin, dass schnelle und moderate Metabolisierer von Koffein profitieren, während langsame Metabolisierer mit Koffein schlechtere Leistungen erbringen (Barreto et al., 2024). Zudem bewirkt Koffein einige Nebenwirkungen, die die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit im Sinne einer Übererregung auch drastisch vermindern können, wie Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität, Muskelzittern und -zucken, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, vermehrte Wasserausscheidung und Magenbeschwerden (Zapf, s.o.). Entgegen vielfacher Annahmen verhinderte jedoch bei körperlich aktiven Männern die Nahrungsergänzung mit Koffein nicht die Leistungsabnahme am Morgen oder die Leistungssteigerung am Nachmittag (Lopes-Silva et al. 2019).

„Koffeinfreier Kaffee: der Untergang des Abendlandes“ (Kalenderspruch)

Quellen

  • Barreto, Esteves, Marticorena, Oliveira, Grgic & Saunders (2024). Caffeine, CYP1A2 genotype, and exercise performance: A systematic review and meta-analysis. Medicine and Science in Sports and Exercise, 56(2), 328–339. Zur Quelle
  • Burke, L.M. (2008). Caffeine and Sports Performance. Appl. Physiol. Nutr. Metab. 33:1319-1334 Zur Quelle
  • Salgueiro, Balikian, Andrade & Junior (2022). Caffeine improves swimming speed, decreases the rate of perceived exertion and lactate concentration during a high intensity intermittent aerobic training session for male swimmers. Science & Sports, 37 (8), 762-765. Zugriff am 13.04.2023 unter https://doi.org/10.1016/j.scispo.2021.08.008 DOI Zur Quelle

Verwandte Begriffe

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  • CoffeinKoffein
  • Ermüdung, mentaleAuch zentrale Ermüdung: durch lang andauernde geistige Beanspruchung …
Überarbeitet am 15. Juli 2026Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2026). Koffein. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/koffein/ (abgerufen am 12. Oktober 2026).