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Begriff

Haltungsschwäche

Haltungsschwäche (postural weakness, postural dysfunction), „Missverhältnis zwischen dem Skelettwachstum und dem Wachstum der Muskulatur“ (Groher in Röthig & Prohl, 2003), das besonders in Phasen verstärkten Körperwachstums zwischen dem 5. und 7. sowie dem 11. und 14. Lebensjahr auftritt. Man versteht darunter die Unfähigkeit, die Wirbelsäule im Stand und mit horizontal vorgestreckten Armen länger als 30 Sekunden aufzurichten (Haltungstest nach Matthias). Das klassische Erklärungsmodell für Haltungsschwäche sind die typischen Symptome Beckenkippung und Hyperlordose. →Funktionsgymnastik, →Beweglichkeit, →muskuläre Dysbalancen, →Rumpfstabilisation

Haltungsschwäche ist inzwischen durch den obligatorischen Bewegungsmangel zum „Markenzeichen“ vieler Schüler geworden, woraus erhöhte Anforderungen an den Sport erwachsen. Schwimmen spielt dabei als Ganzkörperbewegung eine besondere Rolle, kann aber bei hochgradiger Spezialisierung und fehlender Kräftigung der Antagonisten selbst zur Haltungsschwäche beitragen (z.B. Rundrücken der Brustschwimmer). Kraft– oder Dehnübungen allein reichen nicht aus, sondern es sind komplexe motorische Fähigkeiten zu schulen, wie Koordination und Gleichgewichtsfähigkeit (Sachs-Amid, 1994). Hieraus ergibt sich die Forderung nach der Bildung einer „Grundkonstitution“ im Nachwuchstraining.

„Haltungsschwäche kann auf Instabilität der Wirbelsäule wie auch der Geisteshaltung fußen“

Quellen

  • Sachs-Amid, F. (1994). Kinder in der Balance? Praxisorientierte Maßnahmen zur Schaffung von Verhaltens- (Körper-) Bewußtheit und Haltungskompetenz bei Vor- und Grundschülern. St. Augustin: Asgard. Zur Quelle

Verwandte Begriffe

Überarbeitet am 24. Mai 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Haltungsschwäche. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/haltungsschwaeche/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).