Bewegungsmangel

22. März 2017 B 0

Bewegungsmangel (lack of exercise), chronisches Defizit an körperlicher Bewegung, keine Krankheit, aber Auslöser zahlreicher „Zivilisationskrankheiten“. Heute leidet bereits ein Drittel der Kinder im frühen Kindesalter unter Muskel- und Haltungsschwächen, Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen, Übergewicht oder emotional-sozialen Störungen. Ursachen sind: Verlust an Spiel- und Bewegungsräumen, Verplanung durch die Eltern im Zuge organisierter Events, verbringen der Freizeit vor Playstationen, Computern oder Fernsehgeräten, Einschränkung im spontanen Spiel- und Bewegungstrieb durch Überbehütung. Mit Übergang in die Schule kommt noch stundenlanges Sitzen, auf zumeist rückenschädlichem Schul- und Freizeitmobiliar hinzu. Der Schulsport ist durch hohe Ausfallsraten, Kürzungen und unzureichend qualifizierte Lehrer betroffen (www.familienhandbuch.de). Bevor hier auf die Ausgleichsfunktion der Sportvereine verwiesen wird, sollte an die Verantwortung der Eltern appelliert werden, ihren Kindern den „Auslauf“ zu gewähren, den sie für ein gesundes Heranwachsen benötigen. Aber die Verantwortung beschränkt sich nicht nur auf die Heranwachsenden, denn die Arbeitswelt zeichnet sich ebenfalls durch zunehmenden Mangel an motorischer Aktivität aus. Ein Viertel der Weltbevölkerung sitzt zu viel und bewegt sich zu wenig ( (Guthold et al, 2018, in: Lancet Global Health). In Deutschland etwa stieg die Anzahl der Menschen, die sich zu wenig bewegen, zwischen 2001 und 2016 um mehr als 15 Prozent (https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-09/bewegung-sport-gesundheit-deutschland-studie). Dabei bestätigen Ergebnisse aus der Medizin und Psychologie, dass ausreichende Bewegung eine elementare Voraussetzung für ein gesundes Leben ist.

Exkurs: Die Gemeinschaftsinitiative ‚Fit sein macht Schule‘1 kam bei einer Untersuchung von mehr als 20.000 Grundschulkindern zu dem Resultat, dass die körperliche Fitness seit dem Jahr 1995 bei Jungen um 20 Prozent und bei Mädchen sogar um 26 Prozent zurückgegangen ist. Fast ein Viertel der Kinder in Deutschland treiben in ihrer Freizeit keinen Vereinssport. So erreicht in Deutschland nur etwa jeder vierte Junge und jedes sechste Mädchen das Bewegungspensum von einer Stunde täglich, welches von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Erhaltung der körperlichen, seelischen und sozialen Gesundheit und zur Vorbeugung vor Krankheiten empfohlen wird. (http://www.move-it-sportcamps.de/bewegung-bewegungsmangel-kinder.php ) 

„Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner (1944*) Extrembergsteiger und Buchautor

Mehr zum Thema: https://www.heilpraxisnet.de/symptome/bewegungsmangel-folgen-ursachen-symptome/


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