Imitation

30. Mai 2017 I 0

Imitation (imitation), lat. imitatio „Nachahmung“ oder „Nachbildung“; auch Nachvollziehung, beabsichtigte oder unbeabsichtigte Nachahmung von Verhaltensweisen als wesentliche Grundlage zum Erwerb sozialen Verhaltens. Die Imitation ist besonders bei Kindern bedeutsam, um die Sprache zu erlernen. Ein ausgeprägtes Nachahmungsbedürfnis hilft beim Erlernen elementarer Bewegungsformen. Imitation ist abhängig von der Häufigkeit der Verhaltensbeobachtung, der emotionalen Beziehung zur imitierenden Person und deren Ausstrahlung. Bei der unbewussten Nachahmung von Bewegungen, Gesten und Gebärden spricht man vom Carpenter Effekt. Das Vermögen Bewegungen nachzuahmen ist eine Besonderheit der motorischen Entwicklung (→Ontogenese, motorische), die bereits im Kindesalter ausgeprägt ist und von Meinel (1960) als Lernen auf Anhieb bezeichnet wurde. Ohne Nachahmung ist eine normale Entwicklung der perzeptiv-motorischen (→Perzeption) und der auditiven (auf das Gehör bezogenen) Funktionen nicht möglich (Dorsch-Lexikon).→Imitationslernen,  →Imitationsübung

Die biomechanischen Verhältnisse von Schwimmbewegungen sind sehr kompliziert zu erfassen. Man kann zwar die verschiedenen Bewegungen (z.B. BrustArmzug) an Land imitieren, erfasst aber damit nicht die im Wasser herrschenten Widerstände/Kräfte. Japanische Wissenschaftler entwickelten einen schwimmenden humanoiden Roboter (SWUMANOID), der halb so groß wie ein echter Mensch war und in Körperproportionen, Aussehen und Massenverteilung angepasst wurde. Zur Erfassung der Beteiligung des Schulterblattes an der Armbewegung wurde ein Gelenk etabliert. So wurde die „Effizienz des Designs durch Simulation validiert und die Kraul-Armbewegung im Wassertank erfolgreich realisiert“ (Chung & Nakashima, 2013).


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