Begriff: Verletzung

Verletzung

Verletzung (injury), unter moralisch-juristischem Aspekt das Übertreten von Gesetzen, Normen, Grenzen (→Sportethik, →Dopingkontrolle,sexueller Missbrauch) und aus medizinischer Sicht die Beschädigung von Gewebe, bis zu psychologischen Traumata

Bezogen auf den Sport: →Sportunfall, →Bagatellverletzung,Verletzungsmanagement, psychologisches

Eine Studie anlässlich der WM 2009 ergab die häufigsten Verletzungen:im Bereich der Schulter (14.6%) und des Kopfes (12.3%), wobei alle Sparten befragt wurden. Die höchste Inzidenz (Ereigniszahl, Fälle) gab es im Wasserspringen, die geringste im Schwimmen (Mountjoy et al. 2010). Nach einer Studie bei Schwimmern/innen Skandinaviens war die Schulter insgesamt die häufigste Verletzungsstelle. Schmetterlings– und Brustschwimmer zeigten eine etwas höhere Verletzungsrate als andere Disziplinen (n.s.). Schließlich hatten in der Freistilgruppe Sprinter eine höhere Verletzungsrate als Langstreckenschwimmer (p<0,05). Dies zeigt, dass sowohl Schwimmdisziplin als auch Trainingsintensität eine wichtige Rolle beim Verletzungsrisiko im Eliteschwimmen spielen (Holst-Christensen et al. 2026).

Exkurs: Verletzungen können oft die Ernte jahrelangen Trainings zunichte machen und es wird nach den Ursachen gesucht. Besonders wenn der Trainingsverlauf nicht lückenlos erfasst ist (Trainingsdokumentation, Leistungsdiagnostik, medizinische Grunduntersuchung) tappt man im Dunkeln. Es ist dann einfacher, dem Sportler die Schuld zu geben. Verletzungen sind zwar zumeist belastungsbedingt, aber variable Risikofaktoren wie Trainingsverlauf, Alter, Technik, Beweglichkeit, Kraft wie auch Verletzungsgeschichte und genetische Veranlagung modulieren nur die Belastung für den Schwimmer (Blanch 2014) .

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  • Überarbeitet am: 9. Juli 2026
  • Autor: Klaus Rudolph