Body-mass-Index

22. März 2017 B 0

Body-mass-Index (BMI), geht zurück auf den →KAUP-Index (Deutschland 1922) und bewertet das Körpergewicht im Verhältnis zur Körperhöhe:

BMI = Körpergewicht (kg) : Körperhöhe2 (m)

Der BMI wird als „akzeptables Maß für die Gesamtkörperfettmasse“ beschrieben. „Er hat sich von den zahlreichen Indizes (s. oben), welche die Relation von Körpergewicht und Körperhöhe zueinander bestimmen, über alle Altersstufen hinweg auch aus pragmatischen Gründen als bester Index erwiesen. Da der BMI jedoch eine geringe Korrelation zur Körperhöhe aufweist, sollte diese bei der Beurteilung des BMI vor allem im Bereich der Grenzwerte für Übergewicht und Adipositas bzw. für Untergewicht mit berücksichtigt werden. Neben der Körperhöhe ist der BMI deutlich vom biologischen Alter des Individuums abhängig, d. h., dass bei gleichem kalendarischen Alter biologisch ältere Individuen naturgemäß höhere BMI-Werte aufweisen“. (Kromeyer et al. 2001)

Während aber bei Erwachsenen das Übergewicht einheitlich über den BMI bestimmt wird, lassen sich für Kinder und Jugendliche keine festen Werte angeben. Denn hier ändert sich durch Wachstum und Pubertät die Körperzusammensetzung so stark, dass Alter und Geschlecht besonders berücksichtigt werden müssen. Um festzustellen, ob ein Kind übergewichtig oder adipös ist, beziehen Kinderärzte daher den BMI auf alters- und geschlechtsspezifische Referenzwerte, die in Perzentilen eingeteilt sind. Ein BMI auf der 90. Perzentile bedeutet beispielsweise, dass 90 Prozent der Kinder gleichen Alters und Geschlechts leichter sind als das betreffende Kind. Oberhalb der 90. Perzentile gelten Kinder als übergewichtig, über der 97. Perzentile als adipös.  Dazu wurden Perzentil-Tabellen erarbeitet (Kromeyer et al. 2001) (http://www.bmi3d.de/kind.htm).

Die BMI unserer zwölfjährigen Schwimmerinnen (gemessen bei DJM) liegen mit 18,25 im Mittel der für Deutschland repräsentativen Erhebung, die 19,2 der dreizehnjährigen Schwimmer etwas darüber. Da ein größerer BMI in der Regel die Widerstandsfläche beim Schwimmen vergrößert, ist der Parameter bei der Talentsichtung zu berücksichtigen. Dabei ist zu beachten, ob hier eine genetische Veranlagung oder eine momentane Fehlernährung vorliegt (was sich nicht ausschließen muss).

Vergleich BMI von Schwimmern (Rudolph) zu deutschen Kindern und Jugendlichen (Kromeyer, 2001)

 

Exkurs: Einerseits wird Übergewicht als „Krankmacher“ gegeißelt, andererseits wird prophezeit, dass dicke Menschen länger leben würden als dünne, da ihnen im Krankheitsfall mehr Energievorräte zur Verfügung ständen. In beiden Fällen ist der BMI ein schlechter Berater. Die problematische Zone – das Bauchfett – wird damit nicht erfasst. So schiebt manch Dünner bei günstigem BMI so ein Fettkügelchen vor sich her. Je mehr aber Bauch und Hüfte gepolstert sind, desto größer ist die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der BMI differenziert eben nicht nach Fett- und Muskelmasse. So zählt schnell mal ein gut durchtrainierter Sportler als übergewichtig. In dem Sinne sind dann Übergewichtige langlebiger, da sie sich mehr bewegen. Angeblich ist ein Taillenumfang von 80 cm (Frauen) und 94 cm (Männer) die kritische Grenze.

 


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