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Begriff

Erziehung

Erziehung (education), Maßnahmen, um Menschen in ihrer Entwicklung umfassend zu fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei in der „Herausbildung von Einstellungen, Charakter und Verhalten bei der Aneignung von Normen und Werten, Verhaltensregeln und –mustern“ (Roehr, in: Schnabel & Thieß, 1993, S.275). Eine Einengung der Erziehung auf den Heranwachsenden ist nicht angebracht, da dies voraussetzen würde, dass mit dem Erwachsensein die Erziehung abgeschlossen wäre (einige Pädagogen sprechen dann nicht mehr von Erziehung, sondern von Bildung, da der Erwachsene nun für seine Persönlichkeitsformung selbst geradestehen solle). →Sportpädagogik

Erziehung kann professionell (Lehrer) oder laienhaft (Eltern) erfolgen, was erst einmal nichts über die Qualität aussagt. Ob der Trainer in diesem Fall zu den Profis zählt, das ist –wenn man den Unterschied an der Ausbildung festmacht- im deutschen Sport fragwürdig. Wenn Erziehung im Allgemeinen „für Lebenssituationen qualifiziert“, so qualifiziert die Sportpädagogik für sportliches Handeln durch den mündigen Athleten. Leitlinie bleibt die Erkenntnis, dass der „erzogene Mensch nicht das Werk von Erziehern ist, sondern das Ergebnis seiner eigenen Anstrengung“ (Scherler, 1997). →Sozialkompetenz, →Führungsstil

Der Großteil unserer Schwimmer befindet sich im schulpflichtigen Alter und benötigt eine erzieherische Betreuung, die auf die Doppelbelastung Schule und Sport zugeschnitten ist. Schwerpunkte der Erziehung im Nachwuchstraining sind:

– Begeisterung an der →Bewegung im Wasser

– stabiles Interesse am Schwimmen

– Leistungsstreben (Aufnahme in Leistungsgruppe, Kader…)

– gute Trainings- und Wettkampfdisziplin

– Belastungsbereitschaft

– Pünktlichkeit, Gewissenhaftigkeit bei Erfüllung der Trainingsaufgaben

– Verantwortungsbewusstsein für Gruppe, Verein…

– Achtung der Sportkameraden, Hilfsbereitschaft, Teamgeist

– Selbstvertrauen und Selbstständigkeit

– Bewältigung von Doppelbelastung Schule + Sport.

Mit zunehmendem Alter spielen bei freier Entscheidung für eine leistungssportliche Laufbahn die Einordnung des Sports in den gesamten Lebensvollzug und ein hoher Grad an Selbstständigkeit bei der Lösung aller Aufgaben eine Rolle. Der Trainer tritt immer mehr in den Hintergrund („lockere Zügel“). Weitere konkrete Hinweise erhalten wir momentan kaum von den Erziehungswissenschaftlern, die immer noch auf der Suche nach einer Sportpädagogik sind, sondern eher von den Praktikern. Eine besondere Erbauung für den Schwimmtrainer ist hierbei immer wieder Counsilmans „Handbuch des Sportschwimmens“. →Sozialisation

 

„Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend“ Mark Twain (1835-1910) amerikanischer Schriftsteller

Quellen

  • Scherler, K. (1997). Die Instrumentalisierungsdebatte in der Sportpädagogik. sportpädagogik 2/5-11 Zur Quelle

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Überarbeitet am 13. April 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Erziehung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/erziehung/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).