Sportpädagogik

21. Juli 2017 S 0

Sportpädagogik (sports  pedagogy), Teilgebiet der Sportwissenschaft und zugleich der Erziehungswissenschaft, die sich mit Erziehung und Bildung im Sport beschäftigt. Der in den Elfenbeintürmen der Wissenschaft ausgetragene Streit über Sinn und Gegenstand der Sportpädagogik sollte den Praktiker (Trainer) weniger erschüttern, da er sich täglich mit den Notwendigkeiten von Bildung und Erziehung konfrontiert und zum Handeln veranlasst sieht (→Theorie-Praxis-Verhältnis). So ist Training zuallererst ein pädagogischer Prozess (Harre, 1979) und die Sportpädagogik eine „Berufswissenschaft“ (Grube, 2001) des Trainers. Inzwischen gibt es auch unter Pädagogen Bemühungen, statt der angeblich unvereinbaren Gegensätze zwischen Persönlichkeitsbildung und sportlicher Leistungsoptimierung eher deren Berührungsflächen in den Mittelpunkt der Betrachtung zu rücken und damit „das ebenso schwierige wie fruchtbare Spannungsfeld zwischen Sportpädagogik und Leistungssport zu kultivieren“ (Prohl & Lange, 2004)  Durch die zwei Ebenen, einmal Bestandteil der kulturell-gesellschaftlichen Lebenswelt und zum anderen die Bindung an den Körper (Leib), korrespondiert der Sport in hervorragender Weise mit den zwei Aufgaben pädagogischen Handelns (Beckers, 2001). Die Sportpädagogik „beschäftigt sich mit sportpädagogischen Handlungskonzepten und ihren erzieherischen Wirkungen auf die Sporttreibenden in den unterschiedlichen Feldern des Sports“ (Riecken in Schnabel & Thieß, 1993, S. 777).

Im Gegensatz zum „Schwimmklassiker“ COUNSILMAN spielten pädagogische Fragen in der deutschsprachigen Literatur zum Schwimmtraining, ausgenommen SCHRAMMs „Sportschwimmen“ (1987), leider eine untergeordnete Rolle und sind erst mit den drei „Topschwimmer Bänden“ (Madsen et.al (Hrsg.)) wiederbelebt worden. Einen Durchbruch erreichten Barth & Baartz, 2004 für das Nachwuchstraining. Der Erkenntnisgewinn in der Sportpädagogik ist aber durch den Gegensatz von der spezifischen Anforderung, sich mit vielschichtigen Fragen integrativ und vielschichtig auseinandersetzen zu müssen und der tendenziellen Unterversorgung mit finanziellen Mitteln begrenzt. Zudem erwarten viele Trainer von der Sportpädagogik Handlungsanleitungen („Rezepte“). Deren Empfehlungen sind aber nicht mehr und nicht weniger als eine mögliche indirekte Hilfe (Balz & Kuhlmann, 2006).

Abb.: Stellung der Sportpädagogik innerhalb der Wissenschaften (nach Prohl, 1999, S.20)

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