Eliteschule des Sports

12. April 2017 E 0

Eliteschule des Sports (elite School of the sport), „Fördereinrichtung, die im kooperativen Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen Bedingungen gewährleistet, dank derer sich talentierte Nachwuchsathleten auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei Wahrung ihrer schulischen Bildungschancen vorbereiten können. Für die Anerkennung als Eliteschule des Sports werden die im Jahr 2002 in Leipzig beschlossenen Qualitätskriterien zugrunde gelegt. Die Prüfung und Entscheidung der Anerkennung erfolgt durch den Arbeitskreis „Eliteschulen des Sports“. →Talentförderung, →Verbundsystem Schule und Leistungssport

Qualitätskriterien der Eliteschulen des Sports sind:

 

Der Status „Eliteschule des Sports“ wird für einen Zeitraum von vier Jahren anerkannt und entsprechend im Rhythmus der Olympischen Spiele überprüft. Jede Eliteschule wird für die abgestimmten Schwerpunktsportarten anerkannt. Insgesamt existieren derzeit (2017) in Deutschland 43 Eliteschulen des Sports“. (http://www.dosb.de/de/eliteschule-des-sports/hintergrund/)

Das Niveau der Eliteschulen ist noch sehr unterschiedlich, ebenso die Wertung unter Sportwissenschaftlern (Prohl & Emrich, 2009; Hummel & Brandt, 2010). Wenn eine Befragung ergibt, dass Eliteschüler signifikant häufiger wettkampfbedingt Unterricht und Klausuren verpassten und bei der Organisation der Verlegung größere Probleme hatten als Nicht-Eliteschüler (Emrich et al. 2007), dann geht das genau an der Aufgabenstellung dieser Bildungseinrichtung vorbei. Hummel und Brand (2010) erwidern thesenartig auf die Diskreditierung der Eliteschulen des Sports durch unsachliche Vergleiche und einseitig vertretenen Positionen in der Bildungstheorie (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp10_01_37_42.pdf). Ergänzend führen Praktiker (Schulleitern) Beispiele an, wie duale Karriere Persönlichkeitseigenschaften ausprägen kann, die in allen Phasen des Lebens einen hohen Wert erlangen können (Stiller, 2017; Barney, 2014). Vorbildlich ist das „Potsdamer Modell“ wo nach dem Leitbild „Modern unterrichten, effektiv organisieren, konsequent erziehen“ unterrichtet, trainiert und gelebt wird (http://www.sportschule-potsdam.de/das-potsdamer-modell).

Aber (Exkurs):  Fazit von Borggrefe & Cachey nach ausgiebiger Diskussion des Verbundsystems Schule und Sport in Deutschland (2014, S.46): „Man wird wohl den Vorbildcharakter des Brandenburger Modells für andere, zumindest aber für westliche Bundesländer eher in Abrede stellen müssen…Es bleibt zu konstatieren, dass die strukturelle Kopplung von Spitzensport und Schule so voraussetzungsvoll erscheint, dass sie mit Sicherheit nicht bundesweit auf alle Verbundsysteme der Nachwuchsförderung übertragen werden kann.Weder lässt sich das hierfür notwendige Engagement der Politik zur Schaffung schulrechtlicher Rahmenbedingungen noch die Organisationskultur einer Schule, die aber für die Akzeptanz der „Verzahnung“ von Spitzensport und Schule auf der sachlichen Ebene unabdingbar erscheint, herstellen.“ Die Trainer unseres Verbandes beeindruckte der Direktor der Potsdamer Sportschule anlässlich einer Trainerfortbildung zutiefst, besonders meine „Kollegen-West“ meinten zu träumen. Hier offenbart sich der politisch-ideologische Hemmschuh für den deutschen Leistungssport.

 

Mehr zum Thema: Gemeinsamer Beschluss des DOSB mit den Kultus- und Sportministern (2018). Vereinbarung zur Förderung leistungssportorientierter Schülerinnen und Schüler an den Eliteschulen des Sports im Verbundsystem Schule, Sport und Internat. (https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2017/2017_09_14-Eliteschulen-Sport.pdf) und Webseite des DOSB (https://eliteschulen.dosb.de/) Zugriff am 13.02.2019


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