Verbundsystem Schule und Leistungssport

11. August 2017 V 0

Verbundsystem Schule und Leistungssport (compound system school and competition sport), Verbund von sportlicher Förderung und sozialer Betreuung jugendlicher Leistungssportler in Zuständigkeit des Sports (Verbände/Vereine) an Leistungsstützpunkten und in Schulen mit sportlicher Profilierung (→Eliteschulen des Sports, →Partnerschulen des Leistungssports, →sportbetonte Schulen), wobei das Sportinternat als Bindeglied betrachtet wird. Merkmale des Verbundsystems sind:

  • sportliche und schulische Eignung;
  • räumliche Bündelung von Sport,
  • flexible Regelung während der Schullaufbahn;
  • Sportprofile: Sportklassen, Sportkurse, Sportzüge;
  • Einsatz qualifizierter Trainer;
  • wissenschaftliche Begleitung und
  • regionales Koordinationsgremium. (Bericht Kultusminister 2000). →Regionalkonzept, →duale Karriere

 

Exkurs: In Vorbereitung des neuen Förderkonzeptes Leistungssport wurde das Verbundsystem Schule und Leistungssport recht kritisch bewertet:

  • „Es fehlt an einer langfristig angelegten Planung aus einer Hand; die Zielstellung, dass Laufbahnberater (LBB) Wegbegleiter der Dualen Karriere vom Zeitpunkt des leistungssportlichen Einstiegs bis hin zur nachsportlichen Karrierebetreuung sind, wird oftmals verfehlt.
  • LBB an den einzelnen Olympiastützpunkten haben zu viele Athleten zu betreuen. Eine qualitativ hochwertige Betreuung ist daher wegen fehlender Kapazitäten oft nicht möglich.
  • Es gibt keine einheitlichen bundesweiten Standards zur Sicherstellung einer qualitativ gleichermaßen hochwertigen Beratung. Insbesondere fehlt es an einer flächendeckenden bundesweiten Sichtweise und Kenntnis auch überregional bestehender Angebote.

In den Bereichen Schule, Hochschule und Unternehmen mangelt es an flexiblen Regelungen, die es ermöglichen, gleichzeitig eine schulische / berufliche und leistungssportliche Karriere zu beschreiten. Beispielhaft seien folgende Defizite benannt:

  • Die Kooperation zwischen den Eliteschulen des Sports und weiteren den Leistungssport fördernden Schulen und den Bundesstützpunkten ist oft unzureichend.
  • Es fehlt an einer standortübergreifenden Internatskonzeption mit verbindlichen Qualitätskriterien.
  • Zudem ist eine flächendeckende Profilquote, die sicherstellt, dass Athleten das von ihnen gewünschte Studium in jedem Land und damit in der Nähe des geeignetsten Trainingsortes durchführen können, noch nicht realisiert. Lediglich acht Bundesländer haben eine solche Profilquote; für zentral vergebene Studienplätze gilt sie nicht.“

 

In dem Papier folgen langfristige Lösungsvorschläge (S.21-23): https://www.dosb.de/fileadmin/fm-dosb/Konzept_Neustrukturierung_des_Leistungssport_und_der_Spitzensportfoerderung.pdf

 


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