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Begriff

Östrogene

Östrogene/Estrogene (estrogens), lat. oestrus „Stachel“, „Leidenschaft“; Follikelhormone, zur Gruppe der Steroidhormone gehörend, die bei der Frau die sekundären Geschlechtsmerkmale ausprägen und die Uterusschleimhaut wieder aufbauen (→Follikelphase). Östrogen kann einen signifikanten Einfluss auf die Stabilität der Muskelmembran und möglicherweise auf die Verminderung von trainingsinduzierten Muskelschäden haben (Tidus 2003). 

Leistungssportliche Belastungen können den normalen Zyklusablauf stören. Besonders bei frühzeitigem Übergang in das Hochleistungstraining (Turnen, Eiskunstlauf) kann sich der Eintritt der Menarche verzögern, da es zu einem Abfall des Östrogenspiegels im Blut kommt. Falls diese Regulationsstörungen längere Zeit anhalten, ist medizinisch einzugreifen. Es besteht sonst die Gefahr von Knochenaufbaustörungen (Osteoporose). Die erhöhte Östrogen-Ausschüttung in der Follikelphase des Menstruationszyklus führt zu einer verbesserten Anpassung der Muskulatur an Belastungsreize. Deshalb ist die zyklische Gestaltung des Trainings von Leistungssportlerinnen in Anpassung an den Menstruationszyklus neu zu überdenken (Platen 2008). Eine regelmäßige gynäkologische Beratung ist für Leistungssportlerinnen unabdingbar. Indem sie medizinisch optimal versorgt sind, reduziert sich die Gefahr, im jungen Erwachsenenalter neben Problemen mit der Fertilität (Fruchtbarkeit) an osteopenischen Erkrankungen zu leiden (Astner 1999). →Ovulation

Exkurs:  „Östrogen- und Testosteronmangel führt vor allem in Kombination mit einer unzureichenden Ernährung (Kalziummangel) zu einer Knochenentkalkung (Osteoporose), die sich im Sport in Stressfrakturen und bereits in jungen Jahren in Wirbelkörperbrüchen manifestieren kann. Da die Geschlechtshormone anabole, also z.B. muskelaufbauende Effekte haben, ist die Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit in dieser Mangelsituation eingeschränkt.“ (Lebenstedt et al. 2004).

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Quellen

  • Astner, A. (1999). Sportliche Belastung, Körpergewicht und endokrinologische Regelkreise bei der jungen Frau. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (50)4, 121-124 Zur Quelle
  • Lebenstedt, Bussman & Platen (2004). Essstörungen im Leistungssport- Leitfaden für Athleten und Trainer, Eltern und Betreuer.Sport & Buch Strauss, Köln Zur Quelle

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Überarbeitet am 25. Februar 2021Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2021). Östrogene. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/oestrogene/ (abgerufen am 30. Oktober 2026).