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Begriff

Puls

Puls (pulse), lat. pellere „schlagen, klopfen“; pulsum; Druckwelle, die durch Kontraktion des Herzens (→Systole) sich rhythmisch über die Arterien fortpflanzt und so die Blutversorgung bis zur Peripherie sichert (→Herzfrequenz). Der Puls kann an jeder Arterie, die nah zur Körperoberfläche liegt, gemessen werden. Für den optimalen Puls gibt es fortlaufend neue Empfehlungen, von der einfachen Regel „180 minus Lebensalter“ bis zur Hottenrott- Formel (THF = HFmax x 0,70 x LFi x TZi x GFi x SPi ©, Legende bei Hottenrott, 2007). →Herzfrequenzformel

Ist keine Pulsuhr vorhanden, wird im Schwimmtraining der Puls in der Regel an der Halsarterie über 10 Sekunden mit 2/3 Fingern getastet (palpiert) und auf eine Minute hochgerechnet. Da hierbei Fehler noch mit 6 multipliziert werden, empfiehlt sich der Einsatz von Pulsuhren. In der Trainingspraxis geben vier typische Pulsmessungen wichtige Informationen über die Belastung. Der Puls ist bei gesunden Menschen identisch mit der Herzfrequenz: Ruhepuls, Trainingspuls, Maximalpuls und Erholungspuls. Wilke & Madsen (1997) empfehlen auf der Grundlage von Ruhepuls (RP) und Maximalpuls (MP) einen individuellen Trainingspuls (TP) als Steuergröße für das Ausdauertraining nach der Formel:

TP = 4/5 (MP – RP) + RP

Beim Schwimmen wird durch die horizontale Lage und den Tauchreflex (Kälte des Wassers und Pressatmung) der Puls verlangsamt, was aber bei Leistungsschwimmern durch Anpassung, Aktivität und relative warmen Wasser nicht so stark in Erscheinung tritt (Strass & Wilke, 2006, S.57). Ferner sind die individuelle Ausprägung („Pulse unterscheiden sich wie Fußgrößen“), der Trainingszustand und die Bewegungsausführung zu berücksichtigen.

Exkurs: Fitness Tracker ermitteln direkt am Handgelenk den optischen Puls. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich beim Sport die Blutgefäße erweitern, weil das Herz stärker arbeitet und mehr sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper transportiert wird. Dieses veränderte Blutvolumen erfasst ein optischer Sensor und mindestens zwei LED-Lampen. Das LED-Licht durchleuchtet die Blutgefäße am Handgelenk und wird, je nach Blutvolumen, entweder reflektiert oder absorbiert. Anhand des reflektierenden Lichts erkennt der Sensor die Veränderungen des Blutvolumens und ermittelt daraus die Herzschläge pro Minute. Ein Feldversuch mit einer Batterie von Lauftests zeigte signifikante Ungenauigkeiten bei der optischen Pulsmessung bei einem sich schnell ändernden Puls (Budig et al. 2019).

Quellen

  • Budig, Höltke & Keiner (2019). Accuracy of optical heart ratemeasurement and distancemeasurement of a fitness trackerand their consequential use insports. German Journal of Exercise and Sport Research (49)4, 402-409 Zur Quelle
  • Strass & Wilke (2006). Masterschwimmen für Wettkampf. Fitness & Gesundheit. Meyer & Meyer, Aachen Zur Quelle
  • Wilke & Madsen (1997). Das Training des jugendlichen Schwimmers. Schorndorf: Hofmann Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • KontraktionLat. contrahere „zusammenziehen“; Muskelkontraktion
  • HerzMuskulöses Hohlorgan und Motor des Herz - Kreislauf-Systems …
  • SystoleGriech. συστολή – Zusammenziehen oder Kürzung …
  • ArterieSchlagader, die arterielles (sauerstoffreiches) Blut vom Herzen zur Peripherie führt …
  • HerzfrequenzHerz(schlag)frequenz (heart rate), Anzahl der Herzschläge pro Minute …
  • HerzfrequenzformelMathematische Aussage zur Bestimmung der optimalen Herzfrequenz im …
  • PulsuhrGerät zur Messung der Herzfrequenz (Puls) und deren Variabilität.
  • RuhepulsHerzfrequenz in Ruhe.
  • AlterssportSport für Menschen ab dem 60. Lebensjahr …
  • AngstEin durch eine direkte oder eingebildete Bedrohung ausgelöster …
  • BelastungsintensitätBelastungskomponente, die Stärke des Trainingsreizes als „äußere …
  • BelastungspulsUnmittelbar nach einer sportlichen Belastung gemessene Herzfrequenz.
Überarbeitet am 24. Mai 2022Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Puls. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/puls/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).