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Begriff

Schnellkrafttraining

Schnellkrafttraining (training of power), Training zur Verbesserung der Schnellkraft, d.h. „explosive Krafteinsätze gegen Widerstände im Bereich wettkampfspezifischer Schnelligkeitsanforderungen“ (Harre in Schnabel et al. 2008, S.329). Wenn auch die Maximalkraft eine entscheidende Basis zur Entwicklung der Schnellkraft ist, so ist zu beachten, dass ein zeitaufwendiges Maximalkrafttraining auch die langsamen Muskelfasern entwickelt und deshalb im Sinne der Schnellkraftentwicklung kontraproduktiv sein kann. Es geht immer um eine optimale Abstimmung zwischen Maximalkraft- und Schnellkrafttraining unter wettkampfspezifischem Aspekt. In der Trainingspraxis des Schwimmers werden drei Methoden des Schnellkrafttrainings favorisiert:

Indem verschiedene Trainingsmethoden kombiniert werden (Verbesserung der Maximalkraft + Schnellkraft + plyometrische Übungen), kann die Schnellkraft auch indirekt trainiert werden. Es empfiehlt sich, das Schnellkrafttraining an Land immer mit Sprints im Wasser und Technikübungen zu kombinieren.

Uneinigkeit herrscht noch zur Wirksamkeit des Schnellkrafttrainings der Beinextensoren auf die Schwimmleistung. Während Küchler & Witt (2000) fordern, dieses Training als permanenten Trainingsbestandteil in die Jahrestrainingsplanung aufzunehmen, kommen Recht & Schmidtbleicher zu dem Schluss, „dass ein neuronal orientiertes Training der Beinextensoren als permanenter Trainingsbestandteil im schwimmerischen Leistungs- und Hochleistungstraining eine wenig effektive Trainingsbelastung darstellt, da sie aufgrund überlagernder Effekte ohne adäquate physiologische Wirkung bleibt. (S. 151). Leider wurde die Beziehung zu Start und Wende nicht untersucht.

Im Ergebnis einer Studie bei Schwimmern in Aufbau– und Anschlusstraining konnten durch ein gezieltes Schnellkrafttraining an Land sowohl die unspezifischen Sprung- und Sprintleistungen als auch die schwimmspezifischen Leistungskennwerte (Freistil-Kurzsprint, Delfinbewegung, Start und Wende) verbessert werden (Wiedner & Pfeiffer, 2006).

Schnellkrafttraining
Typische Abfolge der Trainingsmethoden beim Schnellkrafttraining (nach Hohmann 1999, S.101)

Exkurs: Zur Aktivierung vor dem Wettkampf führten „meine“  Schwimmer (Sprinter) 20 schnelle Armzüge an der Schwimmbank durch. Später übernahm der Sport aus der Psychologie den Begriff „Printing“, ein Prozess, bei dem die Wahrnehmung oder Verarbeitung eines Reizes die Reaktion auf einen nachfolgenden Reiz beeinflusst, oft ohne dass die Person sich dessen bewusst ist (KI). Darunter werden kurze, explosive Trainingseinheiten verstanden, die die Leistungsfähigkeit vor einem Wettkampf verbessern sollen, indem sie das Nervensystem aktivieren und die Muskeln vorbereiten, ohne Ermüdung zu erzeugen (Pereira et al. 2025).

 

Quellen

  • Grosser, Starischka & Zimmermann (2004). Das neue Konditionstraining. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH Zur Quelle
  • Hohmann, A. (1999). Krafttraining im Schwimmen. DSTV-Reihe 16/1999. 96-105 Zur Quelle
  • Küchler & Witt (2000). Zur Bedeutung grundlegender Leistungsvoraussetzungen für die Wettkampfleistung der Schwimmer. Leistungssport 30 (2000) 5, 38-44. Zur Quelle
  • Pereira, Zmijewski, Golas, Kotula, McGuigan & Loturco (2025). Priming exercises and their potential impact on speed and power performance: a narrative review. Journal of Human Kinetics, 98, 153-168. Zugriff am 17.10.2025 unter https://doi.org/10.5114/jhk/204371 DOI Zur Quelle
  • Wiedner & Pfeiffer (2006). Schnellkrafttraining bei jugendlichen Schwimmern. Leistungssport 1/41-47 Zur Quelle

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Überarbeitet am 7. November 2025Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Schnellkrafttraining. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/schnellkrafttraining/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).