Bewegungsanalyse, funktionale

21. März 2017 B 0

Bewegungsanalyse, funktionale (movement analysis, functional), systematisches Analyseverfahren, das voraussetzt, „dass jede sportliche Bewegung, wenn sie sich zu einer anerkannten Bewegungstechnik entwickelt hat, eine zielgerichtete Geschehensfolge ist, die unter bestimmten Rahmen- oder Aufgabenbedingungen abläuft. Die Bewegungsanalyse muss die funktionalen Bestandteile entdecken und deutlich machen“ (Ungerechts et al. 2002, S.36). Die Bewegungsanalyse läuft in drei Schritten ab:

  1. Erstellen einer Aktionsskizze,
  2. Erweitern und präzisieren zur Verlaufsbeschreibung und
  3. Festlegen von funktionalen Belegungen.

So ist bei der Aktion „Arme öffnen“, die Teilaktion „Schulter und gestreckte Arme vorschieben“ durch die Funktion „um einen langen Arbeitsweg einzuleiten“ belegt. Basis der Bewegungsanalyse ist die Verlaufsbeschreibung und nicht die Bewegungsanweisung (→Kriterienkatalog).  

Exkurs: Die funktionale Bewegungsanalyse geht auf Göhner (1992, S. 159-186) zurück, der den Zugang zur sportlichen Bewegung unter funktionalem Bewegungsverständnis favorisiert. „Wohl sind die Bewegungsmerkmale an sich kein Kriterium für die Richtigkeit einer sportlichen Bewegung, in Abhängigkeit vom ‚Bewegungssinn‘, von der Bewegungsaufgabe, jedoch wird die Ausprägung der Merkmale zu einem Kriterium der Bewegungsgüte“ (Schnabel et al. 2008, S-76). Im Gegensatz zur Phasenstruktur von Meinel (1960) gibt es bei Göhner (1992) nur eine Hauptfunktionsphase, die Anzahl der Hilfsphasen ist offen.

Mehr zum Thema: Ungerechts et al. (2002). Lehrplan Schwimmsport, Teilq Technik, Hofmann Schorndorf

Video: https://www.youtube.com/watch?v=-B9hSFEJ9Fs


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