Körperhaltung

03. Januar 2020 K 0

Körperhaltung (balance; body position), die durch das Zusammenwirken von Muskeln, Bändern und Knochen bedingte Stellung des menschlichen Körpers (Wikipedia). Dauerhaft verfehlte Körperhaltung führt zu Haltungsschwächen und Fehlstellungen des Bewegungsapparates. Die Körperhaltung verrät aber auch viel über Charakter, Einstellung und Stimmungslage eines Menschen (→ „Körpersprache“), was „deutsch-preußisch“ wieder so eng gesehen wird, dass manchem beim Vorstellungsgespräch die Konzentration auf die Körperhaltung die Sprache verschlägt. →Rumpfstabilisation, →Gleichgewichtsfähigkeit

Im Schwimmen bezieht sich Körperhaltung auf die Wasserlage, d.h. die Lage des Körpers im Wasser auf Bauch, Rücken oder Seite. Diese sollte hoch, fast horizontal und strömungsgünstig sein, was maßgeblich durch den Anstellwinkel bestimmt wird. Dabei spielen die Kopfhaltung (→Atemrhythmus) und eine stabile Rumpfmuskulatur (→Rumpfstabilisation) sowie eine wirkungsvolle Beinbewegung eine große Rolle. Mit zunehmender Form und damit Schwimmgeschwindigkeit macht sich der Top-Schwimmer „frei“, indem die Schultern außerhalb des Wassers liegen (→Schmetterling, →Rückenschwimmen). Auf die Körperlage (→ „Wasserlage“) und die sie beeinflussenden Fertigkeiten wie Atmung, Rumpfstabilität, Streckung beim Gleiten und Beinarbeit sollte bereits in der Anfängerausbildung mehr Wert gelegt werden, da viele Anfänger noch nach dem Motto „nomen est omen“ wie das Seepferdchen im Wasser stehen. Während bislang zumeist von einer widerstandsarmen, gestreckten und leicht angestellten Körperlage ausgegangen wird, empfiehlt Laughlin (1998) den Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule zu halten („Schau auf den Beckenboden und lehne dich mit der Brust ins Wasser“). Hohe Kopfhaltung und Hohlkreuz sollten vermieden werden.

Exkurs: Dalichau & Scheele (2001) untersuchten die Einflüsse von Schwimmen auf die Wirbelsäulenkonfiguration und das Haltungsvermögen bei Schwimmern und Nichtsportlern. Sie stellten eine Adapation der Wirbelsäule an die sportartspezifische Belastung fest, die „gekennzeichnet ist: 1. durch eine innerrotarische und adduktorische Bewegung der Arme gegen den Wasserwiderstand (vermehrte Kyphose); 2. durch eine horizontale Körperhaltung im widerstandsstarken Medium Wasser mit geringer Gravitation (abnehmendes Haltungsvermögen); 3. durch die Tatsache, dass die meisten Schwimmer eine „stärkere“ Armseite haben. Diese bewirkt eine Asymmetrie in der Wirbelsäule.“


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.