Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung

10. Dezember 2021 P 0

Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung (principle of the unit of perception and movement), Bei jeder Bewegung wird wahrgenommen und zugleich gibt es keine Wahrnehmung ohne Bewegung. Nach Schilling (1987,25) ist das Erlernen komplizierter Bewegungsmuster nur auf der Grundlage einer ungestörten kognitiven Verarbeitung von Sinnesreizen möglich. Ob geplant oder instinktiv, die Motorik des Menschen ist immer Interaktion mit der Umwelt (motorisch-kognitive Interferenz). Bei sportlichen Bewegungshandlungen wird die automatisierte Handlung (→Automatisierung) als unbewusstes Geschehen („es geht wie von allein“) erlebt, d.h.Wahrnehmungs- und Bewegungsprozesse, Körper-Ich und Umfeld (einschließlich Sportgerät) fließen in ganzheitlichen Erlebnissen zusammen“ (Gabler 2000). →Stereotyp, dynamisch-motorischer

Exkurs: „Das Bewegungsverhalten des Kleinkindes zeichnet sich aus durch sinnliches Wahrnehmen, das An- und Erfassen, das Zu- und Begreifen, Krabbeln, Klettern und aufrechte Gehen. Hierin tritt die typisch kindliche Form des Wissenserwerbs zum Vorschein, die besonders sinnlich und körperlich ist. Wo der Erwachsene weitaus mehr Information über die beiden Fernsinne des Sehens und Hörens aus der Umwelt aufnimmt (z.B. körperarmes Arbeiten am Bildschirm, Meetings bzw. Sitz(!)ungen statt Gehungen, usw.), treten Kleinkinder mit den Nahsinnen des Tastens, Spürens, Leckens sowie dem Bewegungssinn (Propriozeption) mit der Umwelt in direkten Körperkontakt. Als Erlebnisse aus „erster Hand“ ist kindliches Lernen folglich nahsinnliches, direktes und spürbares Lernen. Kinder erwerben somit „handfeste“ Information durch den leibhaften Umgang, d.h. indem sie dem Wissen körperlich habhaft werden. Somit sind Bewegung und Wahrnehmung eine unauflösliche Einheit und dienen als Grundlage für späteres Wissen auch noch im Erwachsenenalter.“ Schwarz, R. s.u.

„Ein Wesen, das keiner Bewegung fähig ist, kann auch nicht wahrnehmen“ Lenelis Kruse-Graumann (1942*) dt. Psychologin

Mehr zum Thema: Schwarz, R. (2014). Die Bedeutung der Wahrnehmung für die Bewegungsentwicklung: h t t p : //www.kita-fachtexte.de/XXXX – Zugriff am 10.12.2021


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