Entlastungssyndrom, akutes

12. April 2017 E 0

Entlastungssyndrom, akutes (discharge syndrome), Syndrom = Krankheitsbild; auch „Sportentzugssyndrom“, verringertes Leistungsvermögen mit vegetativer Fehlregulation durch plötzlichen Trainingsabbruch bei hoch trainierten Leistungssportlern.

Das akute Entlastungssyndrom beginnt ein bis vier Wochen nach Trainingsabbruch und kann bis mehrere Wochen dauern, verläuft aber individuell sehr unterschiedlich (Urhausen & Kindermann, 1999).

Symptome: Herzschmerzen, Extrasystolen, Schwindelgefühle, Kopfschmerz, Völleempfinden im Oberbauch, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Unruhezustände, Schlafstörungen, psychische Verstimmung (Findeisen et al. 1980). Ursachen der psychosomatischen Beschwerden werden hormonellen und zentralnervösen Mechanismen zugeordnet, sind aber wissenschaftlich noch nicht abgeklärt. Der Motor ist immer noch auf Vollgas programmiert, doch die Strecke ist nicht mehr freigegeben.

Wenn das akute Entlastungssyndrom nicht Folge eines unvorhergesehenen Abbruchs des Trainings ist, dann ist systematisches Abtraining immer noch die beste Prophylaxe. Auch bei Bewegungseinschränkung durch Krankheit sollte mit nicht betroffenen Muskelgruppen isometrisches Krafttraining fortgeführt werden. →Deadaptation

Mehr zum Thema: Urhausen & Kindermann (1999). Akutes Entlastungssyndrom und Abtraining. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (50)7/8, 243-244 (https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv1999/Heft0708/1999_07-08_ABTRAINING.pdf)-Zugriff 23.02.2019


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