Hochleistungsalter

19. September 2021 H 0

Hochleistungsalter (top-performance age), Alter, in dem die individuelle sportliche Höchstleistung erreicht und gehalten wird. Es differiert zwischen den Sportartengruppen von 13-15jährigen Turnerinnen bis zu Sportarten wo neben Kondition besonders Erfahrung gefragt ist wie im Segeln. In den meisten Sportarten liegt das Hochleistungsalter zwischen 20 und 30 Jahren. Die Abnahme der maximalen Leistungsfähigkeit ist mit zunehmendem Alter auf morphologische Veränderungen der Organsysteme, aber auch auf sozial-psychologische Faktoren (Familie und Beruf) zurückzuführen. Ausnahmen gibt es immer wieder, wie die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, die mit 48 Jahren noch an Weltmeisterschaften teilnahm. →Leistungsaufbau, langfristiger

Das Hochleistungsalter ist im Schwimmen seit 1980 kontinuierlich angestiegen und hat sich auf 22-23 Jahre eingepegelt, wobei die Differenz zwischen Schwimmern und Schwimmerinnen bei den meisten Olympischen Spielen etwa zwei Jahre betrug. Spitzenleistungen im Schwimmen jenseits der 30 Jahre sind keine Seltenheit (Warnecke, Popov usw.). Ein extremes Beispiel ist die amerikanische Schwimmerin Dara Torres, die ihren mit 33 Jahren aufgestellten US-Rekord über 50m-Freistil als 40-Jährige noch einmal um ein Zehntel auf 0:24,53 min verbesserte. Sie wurde zugleich die älteste Titelträgerin der amerikanischen Schwimm-Geschichte.

Die Leistungsentwicklung von Weltrekordlern/innen zeigt, dass etwa mit 16-18 Jahren das Weltniveau erreicht wird. Die meisten Weltrekorde werden im Alter von 20-22 Jahren geschwommen. Im Alter von 26-28 Jahren beenden die meisten ihre schwimmerische Laufbahn (Rudolph 2012).

Abb.: Alter der Finalisten (blau) und Finalistinnen (rot) bei Olympischen Spielen von 1964 bis 2021 (Mittelwerte und Trendkurven)

Exkurs: Theresa Alshammar strebte mit 38 Jahren ihre sechste Olympiateilnahme mit geänderter Sicht auf die Spiele an. Je älter sie werde, desto konkreter sehe sie das Spektakel in dem Sport-Event, desto besser erkenne sie die komplexen Strukturen, die hinter den Millionenspielen stecken. „Es ist einfach so viel mehr als Sport, es ist Weltwirtschaft, es ist Politik. Und als Athlet ist es einfach sehr hart, das zu kommentieren. Wir sind zwar die Darsteller, aber wir haben nicht viel zur Inszenierung zu sagen. Wir kreuzen da auf, wo das Unternehmen die Show aufzieht.“ (FAZ vom 21.05.2016).


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